Konflikt um Hilfskonvoi Israel weist ausländische Gaza-Aktivisten aus


Israel hat am Mittwoch die Ausweisung von rund 250 weiteren ausländischen Aktivisten des gewaltsam gestoppten Hilfskonvois für den Gazastreifen auf den Weg gebracht. Etwa 120 Menschen arabischer Herkunft seien am Morgen nach Jordanien gebracht worden, meldete der israelische Militärrundfunk.

Israel hat am Mittwoch die Ausweisung von rund 250 weiteren ausländischen Aktivisten des gewaltsam gestoppten Hilfskonvois für den Gazastreifen auf den Weg gebracht. Etwa 120 Menschen arabischer Herkunft seien am Morgen nach Jordanien gebracht worden, meldete der israelische Militärrundfunk. Nach jordanischen Agenturberichten handelte es sich dabei um 30 Jordanier, sowie Staatsbürger aus Bahrain, Kuweit, Marokko, Syrien, Algerien, Oman, dem Jemen, Indonesien, Pakistan oder Aserbaidschan. Zudem sollten im Tagesverlauf vom Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv 130 türkische Staatsbürger in die Heimat fliegen.

Nach der Erstürmung der Hilfsflottille in der Nacht zum Montag wurden die 682 in internationalen Gewässern festgesetzten pro-palästinensischen Aktivisten zunächst zum israelischen Hafen Aschdod gebracht. Im Laufe des Dienstags verließen die ersten 45 Aktivisten das Land, unter ihnen zwei Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, ein früherer Abgeordneter, ein deutscher Arzt sowie ein fünfter deutscher Staatsbürger palästinensischer Herkunft.

Fünf weitere deutsche Aktivisten befanden sich nach Auskunft des Auswärtigen Amtes am Mittwoch zunächst weiter in einem israelischen Gefängnis in Beerscheba im Landesinneren. Die deutsche Botschaft in Tel Aviv "bemüht sich um Klärung des weiteren Verfahrens, um eine Ausreise der Deutschen zu ermöglichen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin der Nachrichtenagentur AFP. Der Verbleib eines sechsten deutschen Staatsangehörigen sei indes weiter offen. Die Botschaft bemühe sich gegenüber den israelischen Behörden um Aufklärung.

Das israelische Sicherheitskabinett, das sieben Minister der Regierung umfasst, hatte Dienstagabend beschlossen, dass alle ausländischen Aktivisten binnen 48 Stunden ausgewiesen werden sollten. 48 Teilnehmer an dem Hilfskonvoi wurden zunächst weiter in israelischen Kliniken medizinisch behandelt, unter ihnen befinden sich nach Angaben aus Ankara 17 Türken.

Bei der Erstürmung des größten Schiffes des kleinen Verbandes waren mindestens neun Menschen getötet worden. Der Konvoi aus sechs Schiffen wollte Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen, der von Israel seit der Machtübernahme der radikalislamischen Organisation Hamas im Sommer 2007 blockiert wird.

AFP AFP

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