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Krieg in Libyen: Rebellen werden Opfer des eigenen Chaos

Die Rebellen in Libyen kämpfen auch gegen das eigene Chaos. Unbedachtes "Freudenfeuer" hat offensichtlich zur Katastrophe geführt. 13 Rebellen wurden getötet, als ein Kampfflugzeug der Nato Aufständische in der Nähe der Stadt Adschdabija angriff.

Ein tödlicher Luftangriff der Nato hat die libyschen Rebellen inmitten eines nächtlichen Einsatzes gegen Regierungstruppen schockiert. Ein Krankenhausarzt und mehrere Rebellen berichten, dass "Freudenfeuer" aus einem Luftabwehrgeschütz die Besatzung eines Kampfjets verwirrt haben muss. Auch ein Ambulanzfahrzeug wurde getroffen. Die Führung der Aufständischen bemüht sich, das kämpfende Chaos in den Griff zu kriegen.

Bei dem Angriff auf Rebellen und ihre Fahrzeuge westlich von Adschdabija wurden mindestens 13 Rebellenkämpfer getötet. Die Zahl der Verletzten sei fast ebenso groß, sagt Ahmed al-Dschalal, der als Medizinstudent die Intensivstation des Krankenhauses in Adschdabija betreut. Die Stadt ist weitgehend verlassen und von den Kämpfen der vergangenen Wochen in den Außenbezirken schwer gezeichnet. Häuser haben viele Einschusslöcher, die Straßen sind fast menschenleer. Adschdabija ist derzeit eine der letzten Bastionen der Rebellen gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi.

"Die Kämpfer feuerten aus Freude in die Luft, als die Jets anflogen. Die Soldaten Gaddafis hörten auf mit dem Schießen. Darum hat die Nato falsch getroffen", meint der Arzt. So hat er es von Augenzeugen gehört. Am westlichen Ausgang der Stadt bestätigen einige Kämpfer diese Version an einem Kontrollpunkt. Andere meinen, es habe einen Verräter gegeben, der absichtlich geschossen habe - eine Version der Ereignisse, die das eigene Gesicht wahrt.

Brega und Misurata hart umkämpft

Die Nato wollte die Berichte über diesen Angriff zunächst überprüfen, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu am Samstag auf Anfrage in Brüssel. "Wir sind über Berichte über zivile Verluste immer sehr betroffen." Dabei betonte die Sprecherin des Bündnisses, dass die Nato bei ihrem Einsatz das Ziel habe, die Zivilbevölkerung und zivile Wohngebiete vor Gewalt zu schützen. Nach weitläufiger Ansicht ist die Zivilbevölkerung nicht durch die Regimegegner, sondern durch die Gaddafi-Truppen bedroht. Die Freiwilligen-Verbände der Gaddafi-Gegner gelten wiederum als militärisch höchst unerfahren und schlecht organisiert. Bei Adschdabija schossen sie in der Nacht zum Samstag auf einen eigenen Ambulanzwagen, weil dessen Fahrer es verabsäumt hatte, seine Fahrt mit den Kontrollpunkt-Besatzungen zu koordinieren.

Nach heftigen Kämpfen eroberten die Aufständischen am Samstag nach eigenen Angaben den Großteil von Brega, 80 Kilometer westlich von Adschdabija, zurück. Gaddafi-treue Truppen hätten sich auf dem Gelände der Universität verschanzt, sagten Rebellen in Adschdabija. Brega war in den vergangenen Tagen stark umkämpft gewesen. Die Stadt hatte mehrfach den Besitzer gewechselt. Umkämpft blieb am Samstag die Großstadt Misurata, 210 Kilometer östlich von Tripolis. Die Regimegegner sind dort schon mehrere Wochen von Gaddafi-Truppen eingeschlossen. Dutzende Zivilisten wurden getötet. Die Versorgungslage wird von den Bewohnern in Audio-Botschaften als dramatisch beschrieben. Ähnlich belagert von Gaddafi-Truppen wird Sintan, 120 Kilometer südwestlich von Tripolis.

Nato-Flugzeuge bombardierten in der Nacht zum Samstag auch die Städte Choms, 120 Kilometer östlich von Tripolis, und Ruhaibat, 180 Kilometer südwestlich von Tripolis, berichtete das staatliche libysche Fernsehen. Dabei seien "militärische und zivile Gebiete" getroffen worden, hieß es in dem Fernsehbericht.

Nur noch erfahrene Rebellen an die Front

An dem Kontrollpunkt in Adschdabija, dessen zerschossene Gebäude von zerstörten Panzern umgeben sind, winken Rebellen am Samstag heftig Autos mit Zivilisten zur Seite. Sie sollen umkehren und nicht in das Kampfgebiet fahren. Erschöpfte Kämpfer kommen in ihren Geländewagen zurück.

Die Führung der Aufständischen versucht, das Chaos in den Griff zu kriegen. Nun sollen nur noch als erfahren bezeichnete Rebellen an die Front. Es werden mehr Satellitentelefone eingesetzt. Jugendliche sollen ferngehalten werden.

Unerfahrene werden möglichst nur für die letzte Verteidigungslinie in den Städten trainiert, sagt ein libyscher Ausbilder in einem Camp im Westen Bengasis am Samstag. Dort sollen alle zwei, drei Wochen nun rund 1300 Mann an den Waffen trainiert werden. So wird erklärt, wie ein schweres Maschinengewehr zu laden und zu warten ist.

"So Jungs, hier einlegen", sagt der Offizier. Etwa 50 Mann sitzen um ihn herum auf dem Boden. "Wie oft müssen wir die Waffe reinigen?" Er antwortet: "Immer nach 1000 Schuss." Normal dauere eine Grundausbildung drei Monate, sagt ein Offizier. "Ich weiß, dass drei Wochen wenig Zeit ist. Aber das sind keine normalen Zeiten", sagt der Ausbilder.

Auch Farasch Feid, 60 Jahre alt, hat sich zum Kampf gemeldet. Er bekommt sein Training an einem Mörser. "Ich sehe die jungen Leute und will helfen. Wir verteidigen unsere Frauen, unsere Ehre und unser Land", sagt er. Viele Kämpfer tragen Turnschuhe und Uniformjacke oder Kampfstiefel zum Trainingsanzug. Feid trägt einen beigen Leinenanzug und eine rote Mütze, wie ein feiner Herr in osmanischer Zeit. Er spricht auch Türkisch, ist auf Türken und Deutsche wütend, weil sie nicht gegen Gaddafi mitkämpfen. "Ich erwarte, dass sie uns helfen", sagt er.

swd/Carsten Hoffmann/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.