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Neue Art von Hirnschädigung?: Mysteriöse Gesundheitsprobleme: Auch Kanada holt Diplomaten aus Kuba zurück

Gehörverlust, Sehprobleme, Schlafstörungen: Nach US-Diplomaten leiden auch Mitarbeiter aus Kanadas Botschaft auf Kuba unter rätselhaften Beschwerden. Die Regierung in Ottawa zieht Konsequenzen.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau bei einer Rede in Kubas Hauptstadt Havana (Archivbild)

Kanadas Premierminister Justin Trudeau bei einer Rede in Havana (Archivbild). Die Regierung in Ottawa folgt mit dem Abzug von Botschaftsangehörigen aus Kubas Hauptstadt dem Beispiel der USA.

AFP

Nach den USA hat nun auch Kanada die Familien seiner Diplomaten aus zurückbeordert. Die kanadische Regierung begründete den Schritt mit rätselhaften gesundheitlichen Problemen, die bei Botschaftsangehörigen festgestellt worden seien. Die Ursachen der Symptome seien "unbekannt, sie könnten aber vom Menschen herrühren", erklärte die Regierung in Ottawa. Obwohl es seit Mitte vergangenen Jahres keine neuen Fälle gegeben habe, hätten Familienangehörige nach ihrer Rückkehr weiter über Beschwerden geklagt, hieß es. In einigen Fällen schien eine Besserung einzutreten, bevor sich die Symptome wieder verschlimmerten.

folgt mit dem Abzug der Botschaftsangehörigen dem Beispiel der USA. Nach Angaben aus Washington hatten rund zwei Dutzend US-Diplomaten gesundheitliche Schäden erlitten, die auf mysteriöse "Attacken" zurückzuführen seien. Kanada teilte mit, derartige Symptome seien bei zehn seiner Diplomaten oder deren Angehörigen festgestellt worden. Für kanadische Touristen in Kuba sei aber kein Risiko erkennbar. Die kanadische Botschaft in Havanna werde ihren Betrieb regulär aufrecht erhalten.

Kanada ließ Unterkünfte in Kuba untersuchen

Bei den Beschwerden geht es um Symptome wie Gehörverlust, Seh- und Konzentrationsprobleme, Gleichgewichtsstörungen, Müdigkeitsanfälle und Schlafstörungen. Die genauen Ursachen und die Urheber konnten bislang aber nicht bestimmt werden. Kanada ließ eigenen Angaben zufolge im März die Unterkünfte der Diplomaten untersuchen; dabei seien auch Wasser- und Lufttests unternommen worden. Die Experten seien aber nicht fündig geworden.

Die machten Kuba für die Angriffe verantwortlich, das Land bestritt dies. Washington hatte zunächst gemutmaßt, dass die Kubaner eine Art von Akkustik- oder Schallwaffe auf die Diplomaten gerichtet haben könnte. In jüngsten Stellungnahmen aus Washington war aber nur noch in allgemeiner Form von "Gesundheitsattacken" die Rede.

Amerikanische und kanadische Experten hegen offenbar den Verdacht, dass die Symptome mit einer neuen Art von Hirnschädigung im Zusammenhang stehen könnten. Es bedarf aber weiterer Untersuchungen, um dies zu klären, wie die Regierung erklärte. Ottawa betonte zudem, dass man eine positive und konstruktive Beziehung mit Kuba pflege und seit Auftreten der Beschwerden im Frühjahr 2017 eng mit den örtlichen Behörden zusammenarbeite.

mad / DPA / AFP