Libanon Deutscher Hubschrauber bedrängt


Erst vor wenigen Tagen geriet Israel in Erklärungsnöte, weil ein Kampfjet Schüsse über einem deutschen Schiff abfeuerte. Nun gibt es neue Berichte über einen ähnlichen Vorfall - diesmal mit einem deutschen Hubschrauber.

Vor der libanesischen Küste ist es nach einem Zeitungsbericht zu einem weiteren Zwischenfall zwischen der deutschen Marine und israelischen Streitkräften gekommen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag sei ein Marine-Hubschrauber von israelischen Jagdbombern des Typs F-16 gefährlich bedrängt worden, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf das Bundesverteidigungsministerium.

Dort herrscht dem Blatt zufolge Verwunderung wegen des neuerlichen Zwischenfalls. Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez habe seinem deutschen Amtskollegen Franz Josef Jung erst kürzlich in einem Telefongespräch versichert, es werde keine gefährlichen Annäherungen an deutsche Hubschrauber im UN-Marineverband mehr geben. Die Deutsche Marine soll im Rahmen eines UN-Einsatzes Waffenlieferungen an die radikal-islamische Hisbollah im Libanon verhindern.

Jung will sich um bessere Abstimmung bemühen

Zuvor hatte es bereits Zwischenfälle gegeben: Am Dienstag hatten israelische Kampfflugzeuge ein deutsches Flottendienstboot 50 Seemeilen vor der Küste in geringer Höhe überflogen und "Infrarot-Täuschkörper" abgeworfen. Dabei hatten sich nach Berliner Darstellung zwei Schüsse gelöst - "nicht zielgerichtet", wie es hieß. Israel hatte entschieden dementiert, dass irgendein Schuss auf das Schiff abgegeben worden sei.

Bereits am Samstag der CDU-Außenpolitiker Eckart von Klaeden klare Regelungen gefordert: "Es muss ein Verfahren vereinbart werden, dass sich solche Vorgänge nicht wiederholen." Verteidigungsminister Franz Josef Jung hatte angekündigt, er werde bei seinem Israel-Besuch kommende Woche über eine bessere Abstimmung sprechen.

Ministerium dementiert "Focus"-Bericht

Einen Magazin-Bericht über weitere Zwischenfälle zwischen israelischen Streitkräften und der Bundesmarine wie das Verteidigungsministerium in Berlin zurück. "Die Meldung des Focus ist falsch", sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Das Magazin hatte vorab berichtet, israelische Kampfjets hätten mehrfach deutsche Marinehubschrauber mit dem Feuerleitradar angepeilt. Dies sei üblicherweise der letzte Schritt vor einem scharfen Schuss. "Ein Kampfflugzeug hat immer sein Bordradar an", sagte der Sprecher. Weitere Radars gebe es nicht.

Reuters/DPA DPA Reuters

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