Libanon Kämpfe bis zur Waffenruhe


Bis kurz vor Eintreten der vereinbarten Waffenruhe hat Israel Luftangriffe im Libanon geflogen. Dabei kamen mindestens sieben Menschen in dem Ort Brital ums Leben. Seit 7 Uhr schweigen die Waffen.

Im Libanon-Konflikt ist um 7.00 Uhr MESZ eine Waffenruhe in Kraft getreten. Damit sollen die Feindseligkeiten zwischen Israel und der radikalislamischen Hisbollah nach mehr als einem Monat enden. Unmittelbar nach Inkrafttreten der Waffenruhe war es nach ersten Angaben aus Tel Aviv und Beirut ruhig. Die Waffenruhe ist Teil einer Resolution des Weltsicherheitsrats, die außerdem vorsieht, dass libanesische und internationale Truppen anstelle der Israelis und der Hisbollah in den Südlibanon einrücken. Die israelische und die libanesische Regierung billigten am Wochenende die UN-Resolution und die Waffenruhe.

Bis kurz vor Eintreten der vereinbarten Waffenruhe hat Israel Luftangriffe im Libanon geflogen. Kampfflugzeuge beschossen ein Dorf in der Nähe der Hisbollah-Hochburg Baalbek und ein Büro der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) am Rand eines palästinensischen Flüchtlingslagers in Sidon. Zwei Menschen wurden getötet und neun weitere erlitten Verletzungen, wie Sicherheitskräfte mitteilten. Im Flüchtlingslager Ein el Hilweh im südlibanesischen Sidon starb den Angaben zufolge ein Müllmann, drei Menschen wurden verletzt. Bei dem Angriff in der Nähe von Baalbek im Osten des Landes wurde ein Kleinbus getroffen. Dabei kam ein Polizist ums Leben, sechs libanesische Soldaten wurden verletzt.

Hisbollah-Büro bombardiert

Am Sonntagabend wurden nach Angaben des libanesischen Zivilschutzes bei der Bombardierung eines Dorfs in der Nähe von Baalbek mindestens sieben Menschen getötet. Rund 20 Menschen seien bei dem Angriff in Brital verletzt worden, sagte ein Sprecher. Drei Häuser seien zerstört worden, unter den Trümmern würden weitere Opfer vermutet. Brital liegt etwa 15 Kilometer von Baalbek entfernt. In einem der getroffenen Häuser sei ein Büro der Hisbollah-Miliz untergebracht gewesen, erklärten Anwohner.

Über Beirut warfen israelische Kampfflugzeuge am Montag Flugblätter ab, in denen vor weiteren Angriffen gegen Israel gewarnt wurde. Die Streitkräfte würden "mit der notwendigen Gewalt gegen jeden terroristischen Akt" vorgehen, hieß es. Die Hisbollah habe der Bevölkerung Zerstörung, Vertreibung und Tod gebracht. "Werdet ihr diesen Preis noch einmal zahlen können?" war auf einem Flugblatt zu lesen. Schwere Gefechte kosteten am Sonntag im Südlibanon fünf israelische Soldaten das Leben.

Die Hisbollah feuerte mehr als 250 Raketen auf den Norden Israels ab, so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der israelischen Offensive am 12. Juli. Ein Mann wurde nach Angaben von Rettungskräften getötet, als ein Geschoss in einem Haus einschlug. 53 Menschen seien verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Den Weg für den vereinbarten Waffenstillstand hat eine Resolution des Weltsicherheitsrats geebnet, der am Wochenende die libanesische und die israelische Regierung zustimmten.

DPA/AP


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