Libanon-Zwischenfälle Olmert gelobt Besserung


Nachdem die israelische Luftwaffe vor der libanesischen Küste mehrfach deutsche Einheiten in Bedrängnis gebracht hat, hat Israels Premier seiner Kollegin Merkel versichert, dass dergleichen nicht wieder vorkommen soll. Eine Verbindungsstelle zwischen den Militärs soll helfen.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat die Vorfälle vor Libanons Küste bedauert. In einem Telefongespräch bat er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) um eine Fortsetzung des deutschen Militäreinsatzes in der UN-Friedenstruppe UNIFIL. Nach Angaben einer Sprecherin von Merkel versicherte Olmert, "dass es nicht wieder vorkommt". Künftig solle die Abstimmung der Streitkräfte verbessert werden.

Verbindungsstelle soll Missverständnissen vorbeugen

Dazu soll eine besondere Verbindungstelle zwischen den deutschen und den israelischen Streitkräften gebildet werden. Olmert nannte den deutschen Marineeinsatz, der Waffenschmuggel in den Libanon verhindern soll, von "großer Bedeutung" sowie "wichtig und zentral".

Von einer "Konfrontation mit israelischen Soldaten" könne "keine Rede sein", sagte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Gleichwohl wird Jung diese Woche in den Nahen Osten reisen, will die Vorgänge im Mittelmeer aber nicht von sich aus ansprechen. "Es gab gewisse Zwischenfälle, die wir in der geeigneten Form mit Israel besprochen haben. Für die Zukunft sind daraus Konsequenzen gezogen. Ich betrachte damit den Fall als abgeschlossen."

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte nach einem Treffen mit Olmert in Jerusalem, dieser habe von Missverständnissen gesprochen. "Er hat Anordnungen getroffen, dass so etwas nicht mehr passiert." Olmert kündigte einen Besuch in Deutschland im Dezember an.

"Nicht gefährlich und nicht bedrohlich"

In der Nacht zum Freitag sei erneut ein Hubschrauber der Bundesmarine von israelischen Jagdbombern bedrängt worden, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Über diesen von der "Bild am Sonntag" gemeldeten Vorfall sei aber bereits am Freitag das Parlament unterrichtet worden. Er sei "nicht gefährlich und nicht bedrohlich" gewesen, sagte der Sprecher.

Am Dienstag hatten israelische Kampfflugzeuge ein deutsches Flottendienstboot 50 Seemeilen vor der Küste überflogen. Dabei wurden nach Berliner Darstellung zwei Schüsse abgegeben - "nicht zielgerichtet", wie es hieß. Zudem sei ein deutscher Hubschrauber von israelischen Fliegern bedrängt worden. Die israelische Armee dementierte, dass geschossen wurde, gab im Laufe der Woche aber eine Vielzahl von Darstellungen des Hergangs ab.

Die Bundeswehr soll im Rahmen eines UN-Einsatzes Waffenlieferungen an die radikal-islamische Hisbollah im Libanon verhindern. Bisher seien gut 300 Schiffe überprüft worden, sagte Ministeriumssprecher Thomas Raabe der "Welt am Sonntag".

DPA DPA

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