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Libyen: Rebellen erobern Teile von Brega zurück

Über Monate war Brega in der Hand von Gaddafis Truppen, jetzt haben libysche Rebellen Teile der Hafenstadt zurückerobert. Besorgt über die Lage in Libyen äußerte sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der alle Parteien des Konflikts zu "extremer Vorsicht" aufrief.

In Libyen haben die Rebellen Teile der strategisch wichtigen Hafenstadt Brega, 240 Kilometer südwestlich von Bengasi, unter ihre Kontrolle gebracht. Das berichtete der Nachrichtensender al Dschasira in der Nacht zum Freitag. Die Einheiten von Machthaber Muammar Gaddafi kontrollierten aber weiter westliche Teile der Stadt, in denen sich auch der Ölhafen und die Raffinerieanlagen befänden. Die Wohngegend der Stadt befindet sich rund 15 Kilometer östlich vom Öl-Terminal und dem Hafen.

Fortschritte im Westen und im Hinterland

Brega war über Monate in der Hand der Gaddafi-Einheiten. Sollten die Rebellen jetzt auch die Öl-Infrastruktur unter ihre Kontrolle bringen, könnten sie mit den Einnahmen aus dem Ölexport ihren Kampf gegen die Streitkräfte des Machthabers leichter finanzieren.

Fortschritte verzeichneten die Aufständischen auch im Westen und im Hinterland der Hauptstadt Tripolis. Zu Wochenbeginn war es ihnen gelungen, ihre Kontrolle über den strategisch bedeutsamen Ort Bir al Ghanam am Fuß des Nafusa-Gebirges zu festigen. Nun würden sie in Richtung Mittelmeerküste vorrücken, sagte der Rebellen-Kommandeur Adel al Sintani am Freitag dem US-Nachrichtensender CNN. Ziele der Vorstöße seien die Orte Surman, al Sawija und Asisija, fügte er hinzu.

Aufruf an "alle Parteien"

Äußerst besorgt hat sich UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon über die steigende Zahl ziviler Opfer des Libyen-Konflikts geäußert. Er rufe alle Parteien im Konflikt zu extremer Vorsicht bei ihrem Vorgehen auf, um in Zukunft den Verlust an Leben zu reduzieren, heißt es in seiner Erklärung. Auf Nachfrage, ob sich dies auch an die Nato-Truppen richte, erklärte eine UN-Sprecherin, Ban habe sich an "alle Parteien" gerichtet. Ban hatte von Anbeginn den Nato-Einsatz in Libyen unterstützt.

Dieser basiert auf einer Resolution des UN-Sicherheitsrats von März, die das Militärbündnis zum Einsatz militärischer Mittel berechtigt, um das Leben von Zivilisten zu schützen. Der Rat reagierte damit auf den drohenden Sturm der Truppen des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi auf die Rebellenhochburg Bengasi. Die Nato konnte zwar das befürchtete Blutbad verhindern, doch herrscht seit Monaten am Boden ein Patt zwischen den Konfliktparteien.

Die UN-Vetomächte Russland und China ebenso wie die nicht-ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats, Südafrika, Brasilien und Indien, werfen der Nato vor, das ursprüngliche UN-Mandat überschritten zu haben, da sie nicht nur einseitig für die Rebellen Partei ergriffen habe, sondern auch selbst immer wieder zivile Opfer verursache. Die Nato weist diese Vorwürfe zurück.

ins/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters
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