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Libyen: Übergangsrat vermutet Gaddafi in Nähe der algerischen Grenze

Wo ist Muammar al Gaddafi? Der libysche Übergangsrat glaubt, dass sich der ehemalige Machthaber noch in seinem Heimatland aufhält. Er soll bei einem Tuareg-Stamm nahe der algerischen Grenze Zuflucht gefunden haben.

Libyens Übergangsrat geht davon aus, dass sich der gestürzte Machthaber Muammar Gaddafi in der Nähe der Grenze zu Algerien versteckt hält. Dort stehe er unter dem Schutz von Angehörigen des Tuareg-Stamms, sagte ein führender Militär der neuen Führung des Landes am späten Dienstagabend der Nachrichtenagentur Reuters. Gaddafi halte sich vermutlich seit einer Woche in der Nähe der Stadt Ghadamis auf, sagte Hisham Buhagiar, der die Suche nach dem Flüchtigen koordiniert. Die Stadt liegt rund 550 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tripolis.

Nach Angaben des Militärs sind die meisten Stämme im Süden Libyens Gaddafi feindlich gesinnt, lediglich die Tuareg halten ihm die Treue. Gaddafi ist seit Wochen untergetaucht. Seine Festnahme wäre für die Übergangsregierung von großer symbolischer Bedeutung. Die westlichen Verbündeten erwarten Signale, dass der Rat das Land nach dem Sturz des Machthabers und der Einnahme der Hauptstadt unter Kontrolle hat.

Die neue Regierung vermutet Gaddafis Sohn Saif al-Islam in der Gaddafi-Hochburg Bani Walid, an deren Einnahme die Einheiten des Rates bereits mehrfach scheiterten. Der Gaddafi-Sohn Mutassem sei wahrscheinlich im belagerten und von der Nato bombardierten Sirte, sagte Buhagiar. Teile der Familie haben sich bereits Algerien abgesetzt, darunter die Tochter Aisha.

jwi/Reuters / Reuters