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Attacke mit Auto und Messern: Terror in London: Was wir wissen - und was nicht

Auch viele Stunden danach wirft der Terroranschlag am Parlament in London noch zahlreiche Fragen auf. Die Öffentlichkeit rätselt weiter über die Hintergründe der Tat und darüber, ob der Angreifer Komplizen hatte.

Staatssekretär Tobias Ellwood hat versucht, einem Polizisten durch Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung das Leben zu retten

Beim Terroranschlag auf der Westminster-Brücke und am Parlament im Herzen Londons hat ein Angreifer mindestens drei Menschen getötet und rund 40 weitere verletzt, einige von ihnen schwer. Der Täter wurde erschossen, nachdem er einen Polizisten niedergestochen hatte. 


Was wir wissen

  • Der Täter: Scotland Yard geht von einem Einzeltäter aus, der "vom internationalen Terrorismus inspiriert wurde". Premierministerin Theresa May sagte, der Attentäter sei bereits einschlägig polizeibekannt. Der Mann sei in Großbritannien geboren und in der Vergangenheit wegen "gewalttätigen Extremismus" unter Beobachtung der Behörden gewesen. Das liege aber bereits Jahre zurück. Es habe keine aktuellen Verdachtsmomente gegen den Mann gegeben.
  • Die Tat: Nach Angaben der Polizei raste der Täter mit einem Auto in Passanten auf der Westminster-Brücke. Er fuhr wenige hundert Meter weiter und krachte mit dem grauen Hyundai i40 in den Zaun des Parlamentsgebäudes. Danach sprang er aus dem Wagen und lief auf das Gelände des Parlaments. Dort stach er einen unbewaffneten Polizisten nieder. Anschließend wurde er von einem anderen Beamten erschossen.


  • Die Toten: Es gab neben dem Angreifer mindestens drei Tote. Die Polizei korrigierte diesbezüglich ihre Angaben. Zuvor war von vier Todesopfern die Rede gewesen. Die Toten auf der Westminster-Brücke sind ein Mann, etwa 50 Jahre alt, und eine 43-jährige Frau mit spanischen Wurzeln. Auch der niedergestochene Polizist - ein 48-jähriger Beamter - starb. Laut Scotland Yard war er "Ehemann und Vater".


  • Die Verletzten: Mindestens 40 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, einige trugen "katastrophale Verletzungen" davon. Am Morgen befanden sich laut Scotland Yard sieben im kritischen Zustand. Die Verletzten, darunter auch Schüler, seien "verschiedener Nationalität". Nach offiziellen Angaben ist auch ein Deutscher unter den Verletzten. Verletzt wurden daneben unter anderem mindestens drei französische Schüler, zwei rumänische, zwei griechische und vier südkoreanische Staatsbürger sowie ein Pole, ein Italiener, ein Amerikaner, ein Chinese und ein Ire. Unter den Schwerverletzten sind auch zwei Polizisten.


  • Die Ermittlungen: Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf. In Zusammenhang mit dem Anschlag sind nach Angaben von Scotland Yard acht Menschen festgenommen worden. Zuvor seien sechs Wohnungen in London, Birmingham und anderen Orten durchsucht worden.

Was wir nicht wissen

  • Hintergrund der Tat: Nach Aussage des britischen Verteidigungsministers Michael Fallon gehen die Ermittler davon aus, dass der Anschlag "in Verbindung zum islamistischen Terrorismus" steht. Bislang hat sich keine Terrororganisation zu der Attacke bekannt. Ob der Attentäter beispielsweise eine Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte, ist völlig offen. "War er nur inspiriert oder gab es eine engere Verbindung?", fragt der Terrorismusexperte Peter Neumann. Hierüber könne nur ein "Statement" des IS Auskunft geben oder ein Video - falls ein solches im Internet auftaucht.


  • Identität des Täter: Die Polizei hat bisher keinen Namen genannt.


  • Mögliche Mittäter: Scotland Yard vermutet, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt hat, schließt aber Mitwisser oder Mittäter nicht aus. Im Fokus der Ermittlungen stehen laut dem Sprecher "Motivation, Vorbereitungen und seine Komplizen". Unklar war zunächst, in welcher Beziehung die nach den Hausdurchsuchungen Festgenommenen zu dem Täter standen.



fin / DPA