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Macky Sall verspricht eine "neue Ära" Ausland gratuliert Senegals neuem Präsidenten


Für Macky Sall war es ein überragender Sieg, für den Senegal könnte es ein Befreiungsschlag sein. Sein Gegner, der greise, 85-jährige Abdoulaye Wade, regierte zwölf Jahre das Land. Am Ende gratulierte das Ausland zu dem friedlichen Machtwechsel.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hat dem Sieger der Präsidentenwahl im Senegal, Macky Sall, zu seinem Erfolg gratuliert. Salls Sieg bei der Stichwahl vom Sonntag sei "eine sehr gute Nachricht für Afrika im Allgemeinen und für Senegal im Besonderen", sagte Sarkozy am Montag dem französischen Sender France Info. Auch dem unterlegenen Amtsinhaber Abdoulaye Wade, der noch am Sonntagabend seine Niederlage eingeräumt hatte, wolle er dafür "beglückwünschen", dass die Wahl so "würdig" über die Bühne gegangen sei.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte am Montag in Berlin, ein friedlicher Machtwechsel sei in Afrika noch immer keine Selbstverständlichkeit. Freie und faire Wahlen und die Akzeptanz des Ergebnisses durch alle Kandidaten zeigten die demokratische Reife des westafrikanischen Landes. Die Bundesrepublik werde Senegal weiter ein verlässlicher Partner sein.

Wade hatte Sall noch am Sonntagabend in einem Telefonat zu seinem Wahlsieg gratuliert. Offizielle Wahlergebnisse werden zwar erst am Dienstag oder Mittwoch erwartet; Sall lag jedoch in den meisten Wahllokalen offensichtlich deutlich vor Wade. Selbst in Wades Wahlkreis in Dakar erlitt der bisherige Staatschef eine deutliche Niederlage. Sall erklärte am Sonntagabend, das senegalesische Volk sei der "wahre Sieger" der Wahl. "Ich werde der Präsident aller Senegalesen sein."

Vereidigung am 1. April

Der Wahlsieger ließ sich in der Hauptstadt Dakar von seinen Anhängern feiern. "Heute Nacht beginnt im Senegal eine neue Ära", erklärte er. "Zusammen werden wir uns an die Arbeit machen und beginnen, was von allen und für alle erwartet wird, für den Senegal und für Afrika."

Sall, der als Geologe in der Bergbauindustrie gearbeitet hatte, ehe er vor 19 Jahren in die Politik ging, wird der vierte Präsident Senegals. Am 1. April wird er den Amtseid ablegen. Seine Frau Mareme ist die erste First Lady, die im Senegal geboren wurde. Wade und seine Amtsvorgänger waren mit Französinnen verheiratet, die später die senegalesische Staatsbürgerschaft annahmen.

Die Kandidatur von Altpräsident Wade war äußerst umstritten: Nach Ansicht der Opposition durfte er sich gemäß der Verfassung nicht ein drittes Mal bewerben. Die einstige Kolonialmacht Frankreich und auch die USA hatten an Wade appelliert, nicht erneut anzutreten. Angesichts der heftigen Proteste gegen Wades Kandidatur im Vorfeld der ersten Runde der Wahlen mit sechs Toten waren Befürchtungen laut geworden, es könne nach der Stichwahl vom Sonntag zu neuer Gewalt kommen.

Wade hatte im ersten Durchgang am 26. Februar mit 34,8 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Sall kam mit 26,6 Prozent auf den zweiten Platz. Doch vor der Stichwahl erhielt Sall die Unterstützung aller zwölf anderen Kandidaten, die in der ersten Runde ausgeschieden waren.

ono/AFP/DPA DPA

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