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Massaker von Katyn 1940: Putin und Tusk gedenken zusammen der Opfer Stalins

Polens Ministerpräsident Donald Tusk und sein russischer Kollege Wladimir Putin wollten am Mittwoch erstmals gemeinsam der 22.000 polnischen Opfer gedenken, die im Frühjahr 1940 in Katyn von der sowjetischen Geheimpolizei ermordet wurden.

Die Regierungschefs von Russland und Polen, Wladimir Putin und Donald Tusk, gedenken heute (Mittwoch) erstmals gemeinsam des Massakers von Katyn vor 70 Jahren. Das Treffen der beiden Politiker an dem Erinnerungsort in der westrussischen Stadt gilt als historische Versöhnungsgeste.

Der Name Katyn steht für eines der größten Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Im April 1940 waren in der Nähe von Smolensk auf Befehl des sowjetischen Diktators Josef Stalin tausende polnische Offiziere und Intellektuelle ermordet worden. Russland hatte seine Schuld erst 1990 eingeräumt.

Putin ist der erste russische Regierungschef, der die in einem Wald gelegene Gedenkstätte Katyn besucht. Das Treffen mit Tusk gilt im traditionell schwierigen Verhältnis als Meilenstein auf dem Weg zur Versöhnung zwischen Russen und Polen.

<Russisches Parlament fordert Auklärung> 70 Jahre nach dem Massaker von Katyn hat die Kommunistische Partei in Russland eine neue Untersuchung des Massenmords an tausenden polnischen Offizieren gefordert. Eine vom Parlament ernannte Untersuchungskommission solle alle Gräber in dem Wald in Westrussland untersuchen, die Toten identifizieren und das genaue Datum der Massenhinrichtungen herausfinden, forderte Parteisekretär Sergej Obuchow am Dienstagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax.

Das Massaker müsse zudem in einem Zusammenhang "mit dem Tod von 60.000 russischen Kriegsgefangenen in polnischen Gefängnissen nach Polens Angriff auf den sowjetischen Staat 1920" gesehen werden, sagte Obuchow. Bislang werde das Massaker von Katyn "anti-russisch" interpretiert, kritisierte er. Die Regierung sei nicht in der Lage, das "geopolitische Interesse" Russlands und die "historische Wahrheit" zu schützen.

AFP, DPA / DPA