Mexiko "Grenzzaun ist eine Beleidigung"


Die Wogen schlagen hoch, nachdem der Sperrzaun an der Grenze zwischen Mexiko und den USA genehmigt wurde. Für den mexikanischen Außenminister Derbez ist der Zaun eine Beleidigung, für Präsident Fox eine zweite Berliner Mauer.

Ungeachtet heftiger Proteste Mexikos hat US-Präsident George W. Bush grünes Licht für den Bau eines hunderte Kilometer langen Sperrzauns entlang der Grenze zu dem südlichen Nachbarland gegeben. Damit wollen die USA die illegale Einwanderung eindämmen. Bush unterzeichnete das Gesetz am Mittwoch in Scottsdale im US-Staat Arizona, der an der Grenze zu Mexiko liegt. Der US-Senat hatte in der vergangenen Woche ein Gesetz gebilligt, das die Errichtung von 1125 Kilometer langen und 1,2 Milliarden Dollar teuren Grenzanlagen erlaubt.

Der mexikanische Außenminister Luis Ernesto Derbez erklärte, der Plan sei eine Beleidigung. Der scheidende Präsident Vicente Fox hat den Zaun als beschämend bezeichnet und ihn mit der Berliner Mauer verglichen. Erste Ankündigungen von Seiten Mexikos, die Vereinten Nationen (UN) in der Frage hinzuziehen zu wollen, wurden inzwischen zurückgezogen. Der scheidende Präsident Vicente Fox erklärte nach Angaben eines Sprechers, er sei zuversichtlich, dass die mehrere hundert Kilometer lange Grenzanlage letztlich doch nicht gebaut werde, weil ihn ein Einwanderungsabkommen überflüssig machen könnte. Fox hat sich jahrelang vergeblich um ein solches Abkommen bemüht.

Illegale Einwanderung

Vor allem Mexikaner wandern illegal durch die Wüstengrenzgebiete in die USA ein, um dort zu arbeiten. Allein im vergangenen Jahr gelangten über 400.000 Mexikaner auf diesem Weg in die USA oder nach Kanada. In diesem Jahr werden die rund acht Millionen Mexikaner aus den USA schätzungsweise 24 Milliarden Dollar in ihre Heimat überweisen.

Die Abstimmung ist ein Sieg für den konservativen Flügel der Republikanischen Partei, der auch Pläne ablehnt, illegalen Einwanderern, die schon seit Jahren im Land leben, die Erlangung der Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. "Mit der Verabschiedung des Gesetzesantrages bekräftigen wir unseren Willen, den Zustrom von Einwanderern zu stoppen", sagte Sessions. Bush strebt dennoch eine zweigleisige Strategie an, um der Flüchtlingsproblematik Herr zu werden. Er appellierte an den Kongress, seinen Plänen für ein Gastarbeiterprogramm zuzustimmen, mit dem ausländische Arbeitskräfte legal in den USA arbeiten können und das einigen der elf Millionen illegal Eingewanderten die Einbürgerung ermöglichen würde.

DPA/AP AP DPA

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