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Nach Entführung Jugendlicher Israel nimmt palästinensischen Parlamentsführer fest


Nach der Entführung dreier jüdischer Schüler führt Israels Armee die Festnahmen fort. Über 150 Hamas-Mitglieder wurden in Gewahrsam genommen - unter ihnen der palästinensische Parlamentspräsident.

Die israelische Armee hat nach der Entführung von drei Jugendlichen im Westjordanland weitere Mitglieder der radikalislamischen Hamas-Organisation festgenommen. Unter ihnen war nach Medienberichten auch der palästinensische Parlamentspräsident Asis Dweik. Insgesamt seien rund 40 Hamas-Mitglieder in der Nacht inhaftiert worden, teilte das Militär am Montag mit.

Seit dem Verschwinden der Jugendlichen hat Israels Armee mehr als 150 Palästinenser festgenommen. Die Suche im Westjordanland, vor allem im Bereich der Stadt Hebron, läuft auf Hochtouren.

Drei Schüler einer jüdischen Religionsschule in der Siedlung Kfar Ezion bei Bethlehem werden seit Donnerstagabend vermisst. Israel macht Hamas für ihre Entführung verantwortlich. Bisher hat keine palästinensische Organisation sich zu der Tat bekannt.

Tödliche Ausschreitungen im Westjordanland

Indes wurde bekannt, dass einer der Jugendlichen kurz nach der Entführung einen Notruf bei der Polizei getätigt hatte. "Man hat mich entführt", habe er geflüstert. Der zuständige Polizist sei jedoch von einem Scherzanruf ausgegangen. So sei bis zur Alarmierung der Armee wertvolle Zeit verstrichen.

Bei Auseinandersetzungen mit palästinensischen Demonstranten im Westjordanland töteten israelische Soldaten nach Angaben von Medizinern und Augenzeugen einen 20-jährigen Palästinenser. Ein weiterer junger Mann habe bei den Zusammenstößen in Ramallah schwere Verletzungen durch Schüsse in den Rücken erlitten, hieß es weiter.

In der Nacht zum Montag bombardierte die israelische Luftwaffe erneut Ziele im Gazastreifen. Es seien Waffenlager sowie "Terrorstätten" im Norden und Süden des Küstenstreifens angegriffen worden, teilte das Militär mit.

awö/DPA DPA

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