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Nach Hinrichtung von jungem Iraner: Uno zeigt sich "schockiert"

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sorgt für Unmut: Ein zur Tatzeit 17-Jähriger wurde hingerichtet, obwohl die Todesstrafe für Minderjährige nach internationalen Konventionen verboten ist.

Das UN-Menschenrechtskommissariat hat sich "zutiefst schockiert" über die Hinrichtung eines zum Tatzeitpunkt minderjährigen Iraners gezeigt. "Die Todesstrafe kann nicht bei Verbrechen von Menschen unter 18 Jahren angewendet werden", erklärte eine Sprecherin von UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Dienstag. Die Kinderrechtskonvention und die Internationale Konvention über bürgerliche und politische Rechte, zu denen sich auch der Iran bekannt habe, beinhalteten ein absolutes Verbot der Todesstrafe für Menschen, die zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen seien.

Der 21-jährige Ali Naderi war am vergangenen Donnerstag hingerichtet worden. Er wurde wegen Mordes an einer Frau verurteilt, zum Tatzeitpunkt war er 17 Jahre alt. Der UN-Sprecherin zufolge war es die erste Hinrichtung eines zum Tatzeitpunkt Minderjährigen seit September 2011. Die iranischen Behörden hätten sich zuletzt offenbar bemüht, derartige Fälle zu vermeiden.

Mehr als 400 Menschen wurden im Iran hingerichtet

Das UN-Menschenrechtskommissariat zeigte sich besorgt über das Schicksal von fünf Iranern, in deren Fall der Oberste Gerichtshof die Todesstrafe bestätigen soll und denen eine schnelle Hinrichtung droht. Nach Vorwürfen der Folter gebe es erhebliche Zweifel an einem gerechten Prozess, erklärte die UN-Sprecherin.

Im vergangenen Jahr wurden im Iran mehr als 400 Menschen hingerichtet. Das UN-Menschenrechtskommissariat rief die iranische Regierung auf, die Vollstreckung der Strafe einzuschränken und internationale Standards zur Wahrung der Rechte von Beschuldigten zu beachten. Die UNO verurteilte zudem die häufig angewendete Praxis öffentlicher Hinrichtungen im Iran. 2012 gab es 55 solcher Hinrichtungen, zuletzt wurden am Sonntag zwei Menschen in einem Park in Teheran hingerichtet.

ds/AFP / AFP