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Nahost-Konflikt - Der Tag zum Nachlesen: Zwei israelische Soldaten getötet

Israel will seine Bodenoffensive im Gazastreifen ausweiten. Inzwischen sind nach palästinensischen Angaben mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Die Hamas feuert weiter.

+++20:10: Europaweite Proteste gegen Israel+++

Bei einer nicht genehmigten Protestkundgebung gegen Israels Angriffe auf den Gazastreifen ist es in Paris zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei versuchte am Samstag, die Demonstration von mehreren Tausend Unterstützern der Palästinenser mit Tränengas aufzulösen. Das französische Fernsehen zeigte, wie einzelne Demonstranten israelische Flaggen verbrannten. Die Behörden der französischen Hauptstadt hatten die Demonstration verboten, nachdem vor einer Woche bei Ausschreitungen Synagogen angegriffen worden waren. In London gingen mehr als Zehntausend Menschen gegen Israels Bodenoffensive auf die Straße. Die Demonstranten zogen am Samstag vom Regierungssitz in der Downing Street zur israelischen Botschaft, wo sie von der Polzei gestoppt wurden. Auch einige Parlamentsabgeordnete beteiligten sich an der Kundgebung zur Unterstützung der Menschen im Gazastreifen.

+++19:08: Zwei israelische Soldaten getötet+++

Erstmals seit Ausbruch des jüngsten Gaza-Konflikts sind israelische Soldaten durch Beschuss von Palästinensern getötet worden. Ein Reserve-Major und ein Unteroffizier kamen in einem Gefecht mit Hamas-Kämpfern ums Leben. Das bestätigte die israelische Armee am Samstagabend. Der Vorfall hatte sich am Vormittag ereignet. In ersten Meldungen war noch von zwei verletzten israelischen Soldaten die Rede gewesen.

Die Palästinenser waren durch einen Tunnel aus dem Gazastreifen in israelisches Gebiet eingedrungen und hatten das Feuer auf eine Streife eröffnet. Bei dem Gefecht wurde ein palästinensischer Angreifer getötet. Die anderen Hamas-Kämpfer zogen sich durch den Tunnel wieder nach Gaza zurück. Eine israelische Streife verhinderte nach israelischen Angaben, dass die durch den Tunnel vorgedrungenen Palästinenser nahe gelegene israelische Ortschaften angreifen oder Israelis entführen, was die Hamas angedroht hatte.

+++ 14.35 Uhr: Ägypten hält an Vorschlag für Waffenruhe fest +++

Ägypten will seinen Vorschlag für eine Waffenruhe nicht noch einmal überarbeiten. Die Initiative berücksichtige die Bedürfnisse beider Seiten, so Ägyptens Außenminister Samih Schukri in Kairo nach einem Treffen mit dem französischen Außenminister Laurent Fabius. Seine Regierung halte an dem Vorschlag fest und hoffe, so schnell wie möglich Unterstützung für ihn zu bekommen.

+++ 12.45 Uhr: Armeestreife wehrt Tunnel-Angriff ab +++

Ein Kommando der Hamas-Milizen hat Armeeangaben zufolge erneut versucht, durch einen Tunnel aus dem Gazastreifen auf israelischen Boden vorzudringen, um dort einen Anschlag auszuführen. Eine Streife des israelischen Militärs entdeckte den Trupp auf der israelischen Seite der Gaza-Grenze, bevor er eine nahe gelegene israelische Ortschaft zu attackieren vermochte, wie die Armee mitteilt. Demnach wurde bei dem anschließenden Gefecht ein Angreifer getötet. Die anderen zogen sich durch den Tunnel nach Gaza zurück. Zwei israelische Soldaten erlitten Verletzungen.

+++ 12.40 Uhr: Israeli stirbt bei Raketenangriff +++

Bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen wurde ein 32 Jahre alter Israeli getötet. Zwei Kleinkinder im Alter von einem und vier Jahren sowie zwei 30 Jahre alte Frauen seien mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilt. Demnach traf die aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete ein Haus in einem Beduinendorf nahe der südisraelischen Stadt Dimona. In der Nähe von Dimona steht Israels Atomreaktor.

+++ 10.15 Uhr: Israel will Offensive ausweiten +++

Israel will trotz steigender Opferzahlen seine Offensive ausweiten. Die Armee ruft etwa 50.000 Bewohner der Flüchtlingslager Al-Bureidsch und Al-Maasi im auf, ihre Unterkünfte zu verlassen. Die Lager befinden sich im Zentrum des kleinen Palästinensergebietes am Mittelmeer. "Wir wollen die Operationen ausweiten und nach unseren Erfordernissen ausrichten", so der israelische Generalstabschef Benny Gantz bei einem Besuch des Streitkräfte-Kommandos Süd in Beerscheva.

+++ 9.35 Uhr: Israel rät von Türkeireisen ab +++

Israel rät seinen Bürgern von Reisen in die Türkei ab. Unnötige Besuche sollten vermieden werden, heißt es in einem veröffentlichten Reisehinweis des Außenministeriums. Zur Begründung wird auf die "öffentliche Stimmung" in der Türkei verwiesen. Dort war es zu heftigen Protesten begleitet von Ausschreitungen vor der israelischen Botschafterresidenz in Ankara und dem Konsulat in Istanbul gekommen.

+++ 9.30 Uhr: Hamas schießt weiter mit Raketen +++

Die Palästinenser beklagen bereits mehr als 300 Tote, dennoch beschießt die Hamas Israel weiter mit Raketen. Ihr militärischer Arm erklärt sogar, die Hamas richte sich auf einen langen Kampf ein. Die israelischen Streitkräfte erklärten dagegen am frühen Samstagmorgen, die Hamas und andere Terrororganisationen im Gazastreifen seien nach Jahren der Aufrüstung hart getroffen worden. Die Operation werde fortgesetzt. Die Streitkräfte täten das, was nötig sei.

+++ 9 Uhr: Sechs Tote bei Luftangriff +++

Bei einem neuen israelischen Luftangriff auf Chan Junis im südlichen Gazastreifen sind am frühen Morgen nach palästinensischen Angaben sechs Menschen getötet und 20 verletzt worden. Das teilt der Sprecher des palästinensischen Rettungsdienstes, Aschraf al-Kidra, mit. Augenzeugen berichten, eine Gruppe junger Leute habe in der Nähe ihrer Wohnungen gesessen, als sie von einer israelischen Rakete getroffen wurde.

+++ 8.30 Uhr: UN-Generalsekretär reist in den Nahen Osten +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon reist am Samstag in den Nahen Osten. Nach Beginn der israelischen Bodenoffensive will Ban sich für eine Waffenruhe zwischen Israelis und Palästinensern einsetzen, so der stellvertretende UN-Generalsekretär Jeffrey Feltman am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Nähere Details nannte er zunächst nicht.

+++ 8.00 Uhr: Zahl der Toten steigt auf 300 +++

Die Zahl der bei der israelischen Offensive gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen getöteten Menschen ist nach palästinensischen Angaben auf etwa 300 gestieen. Wie das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt in einer Erklärung mitteilt, sind seit Beginn der Operation am 8. Juli mehr als 2100 Menschen verletzt worden.

fme/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters