Nationalfeiertag Sarkozy sonnt sich im Erfolg


Kleiner Mann ganz groß: Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat den französischen Nationalfeiertag sichtlich genossen. Beflügelt vom Erfolg zur Gründung der Mittelmeerunion nahm Sarkozy die Militärparade ab - an seiner Seite mehr als 30 Staats- und Regierungschefs.

Es war eine Demonstration militärischer Tradition und Stärke - die Uniformen ebenso gestriegelt wie die Pferde der Präsidialgarde, und Kampfflieger hinterließen einen blau-weiß-rot-gestreiften Himmel. Die Pariser Militärparade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli war fast wie immer - doch das Publikum machte den großen Unterschied.

Mehr als 30 Staats- und Regierungschefs umrahmten den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf der Ehrentribüne mit Blick auf die Champs Élysées und den Triumphbogen am anderen Ende. Sarkozy genoss es sichtlich. Im vergangenen Jahr waren erstmals Soldaten aller EU-Länder bei der Militärparade vertreten, dieses Jahr hatte Sarkozy durch den Gründungsgipfel der Mittelmeerunion am Vortag noch einmal draufgelegt.

Kein Händeschütteln

Drei Plätze rechts von Sarkozy, in hellgrauem Sommeranzug mit Sonnenbrille der syrische Staatschef Baschar al-Assad, dessen Anwesenheit heftige Kritik in Frankreich hervorgerufen hatte. Ex-Präsident Jacques Chirac nahm deswegen demonstrativ nicht an der Parade teil. Ein Händeschütteln mit Israels Premierminister Ehud Olmert, der einen Platz in der zweiten Reihe bekommen hatte, vermied Assad geflissentlich.

Auf dem Ehrenplatz rechts neben Sarkozy saß UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, schräg hinter ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel, seine "entscheidende Freundin", wie er sie tags zuvor noch genannt hatte. Es war ein Ersatz für das Familienfoto des Gipfeltreffens am Vortag, das ausgefallen war, weil die arabischen Staatschefs sich nicht mehr als unbedingt nötig mit Olmert zeigen wollten.

Carla Bruni in Violett

Präsidentengattin Carla saß in leuchtend violettem Kleid, die Beine sittsam zur Seite geschlagen, das Haar hoch aufgesteckt, auf einer Nebentribüne. Sarkozy verzichtete dieses Mal auf öffentliche Komplimente an seine Gattin. Im vergangenen Jahr hatte er seiner damaligen Frau Cécilia und deren Töchtern vor Fernsehkameras erklärt, wie hübsch er sie finde - drei Monate später war die Ehe geschieden.

Sarkozy tätschelte Bruni nur die Schulter, als er nach dem Abspielen der Nationalhymne die Tribüne betrat. Dafür fasste er am Ende der Parade Carla Bruni und Angela Merkel unter und ging mit beiden gemeinsam zu einer Gruppe von Behinderten hinüber - "Carla, Carla! Frau Präsidentin!" brüllten die Fotografen und kümmerten sich weder um Sarkozy noch um Merkel, die schnell in das wartende Auto stieg.

Thema der Militärparade war in diesem Jahr das Mittelmeer - deswegen marschierten auch UN-Truppen mit über die Champs Élysées, die im Libanon, auf Zypern oder den Golanhöhen im Einsatz sind. Am Ende der Parade landeten Fallschirmspringer punktgenau vor der Tribüne und präsentierten die Flaggen Frankreichs, der EU und der Vereinten Nationen. Als die Parade ohne Zwischenfälle endete, atmete man im Élysée auf. Es hatte zuvor ernste Befürchtungen gegeben, dass die Militärs aus Ärger über bevorstehende Kasernenschließungen die Parade für eine peinliche Protestaktion nutzen.

DPA DPA

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