Nato-Konferenz Rasmussen fordert Unterstützung für US-Strategie

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat von den Mitgliedern des Militärbündnisses Unterstützung für die Strategie des US-Militärs in Afghanistan eingefordert. Es dürfe keinen Zweifel an der Entschlossenheit der Nato für den Einsatz am Hindukusch geben, sagte Rasmussen am Freitag beim Nato-Treffen in Bratislava.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat von den Mitgliedern des Militärbündnisses Unterstützung für die Strategie des US-Militärs in Afghanistan eingefordert. Es dürfe keinen Zweifel an der Entschlossenheit der Nato für den Einsatz am Hindukusch geben, sagte Rasmussen am Freitag beim Nato-Treffen in Bratislava. Dort will der Oberkommandierende der Isaf-Truppen, US-General Stanley McChrystal, seine Pläne für den Kampf gegen die aufständischen Taliban darlegen und voraussichtlich mehr Truppen fordern. Das Bundeswehrkontingent soll Verteidigungsminister Franz Josef Jung zufolge vorerst nicht aufgestockt werden.

Rasmussen sagte, er hoffe, die Minister der Nato-Staaten würden klar machen, ob sie McChrystals Einschätzung teilten, wie mit dem Aufstand umzugehen sei und die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte vorantreiben. „Es darf keinen Zweifel an unserer Entschlossenheit geben, den Auftrag zu erfüllen“, sagte Rasmussen. „Wir sollten so lange wie möglich bleiben, um erfolgreich zu sein.“ Dazu müssten die Afghanen in die Lage versetzt werden, den Taliban standzuhalten. „Denn das ist der einzige Weg, den Terrorismus zu bekämpfen“, sagte der Nato-Chef.

JUNG: ENDGÜLTIGE ENTSCHEIDUNG NACH KONFERENZ IM DEZEMBER

Jung sagte in der slowakischen Hauptstadt, er gehe davon aus, dass es zunächst bei der Mandatsobergrenze von 4500 Bundeswehrsoldaten bleiben werde. Erst nach der geplanten Afghanistan-Konferenz werde neu beraten. Kanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown hatten im September ein internationales Treffen für Afghanistan vorgeschlagen, das voraussichtlich Anfang kommenden Jahres stattfindet. „Ich gehe davon aus, dass wir die endgültige Entscheidung (über die Obergrenze) auch erst nach der Konferenz zu Afghanistan treffen“, sagte Jung. Bei der im Dezember anstehenden Verlängerung des Mandats solle es bei der derzeitigen Situation bleiben.

Jung begrüßte die Lageeinschätzung McChrystals, der eine Aufstockung der US-Truppen um 40.000 Soldaten gefordert hat. Der Nato-Einsatz in Afghanistan umfasst derzeit 65.000 Soldaten aus den USA und 39.000 von den Verbündeten. Über eine Verstärkung der US-Truppen wird Präsident Barack Obama möglicherweise noch vor der Stichwahl um das afghanische Präsidentenamt am 7.November entscheiden.

KARSAI: STICHWAHL SOLL BESSER ABLAUFEN ALS ERSTE WAHLRUNDE

Der afghanische Präsident Hamid Karsai sagte, er wolle, dass die Stichwahl besser und sauberer ablaufe als die erste Runde im August. „Ich akzeptiere die zweite Runde im Interesse der Nation, um die Stabilität und die Perspektiven für die Demokratie in Afghanistan zu stärken“, erklärte Karsai am späten Donnerstagabend in Kabul.

Nach massiven Vorwürfen der Wahlmanipulation und auf erheblichen internationalen Druck stellt sich Karsai in einer Stichwahl seinem stärksten Herausforderer, dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah. Die Stichwahl ist auch für die USA und die europäischen Staaten von großer Bedeutung, da dort der Widerstand der Bevölkerung gegen den Militäreinsatz wächst:

Dass die Soldaten eine mit Betrugsvorwürfen konfrontierte afghanische Regierung verteidigen, ließe sich kaum rechtfertigen.

Der UN-Sonderbotschafter für Afghanistan, Kai Eide, rechnet damit, dass sich der Wahlbetrug eindämmen lässt. Ganz zu verhindern sei er innerhalb von zwei Wochen aber nicht, sagte Eide in Bratislava.


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