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Umstrittener Gastbeitrag Senator fordert in "New York Times" Truppen gegen die Demonstranten – Redakteur kündigt

Haupteingang New York Times
Beben bei der renommierten "New York Times": Nach dem Gastbeitrag eines Senators, der den Einsatz des Militärs gegen Demonstranten forderte, hat der verantwortliche Redakteur seinen Hut genommen.
© Angela Weiss / AFP
"Schickt die Truppen rein": Der Gastbeitrag eines republikanischen Senators in der "New York Times" hat Öl ins Feuer der Unruhen in den USA gegossen. Auch Mitarbeiter des Blattes protestierten. Der verantwortliche Redakteur nahm seinen Hut, Präsident Trump höhnt.

Der einflussreiche Chef der Meinungsseite der "New York Times" (NYT), James Bennet, hat nach einem sehr umstrittenen Gastkommentar zu den Anti-Rassismus-Demonstrationen nach dem Tod des Afroamerikaners Georg Floyd durch einen brutalen Polizeieinsatz mit sofortiger Wirkung gekündigt. Die Forderung eines republikanischen Senators nach dem Einsatz des Militärs bei den Protesten in den USA hatte innerhalb der Zeitung zu einer Revolte geführt und das Blatt in Erklärungsnot gebracht.

Der Verleger der "New York Times", A.G. Sulzberger, erklärte am Sonntag, die Zeitung sei Bennet für seine Leistung seit Mai 2016 "dankbar". Nun werde die Journalistin Katie Kingsbury die Meinungsseite kommissarisch führen.

"NYT": Leitender Redakteur hatte Text nicht gelesen

Die traditionsreiche "New York Times", eine der bedeutendsten Tageszeitungen in den Vereinigten Staaten, hatte am Donnerstag bereits mitgeteilt, der Gastbeitrag von Senator Tom Cotton mit der Überschrift "Schickt die Truppen rein" ("Send In The Troops") entspreche nicht den Standards der Zeitung. Ein "überstürzter redaktioneller Prozess" habe zur Veröffentlichung des Meinungsbeitrags geführt.

Die Zeitung berichtete zudem, dass Bennet den Beitrag nicht vor der Veröffentlichung gelesen habe. Cotton hatte unter anderem geschrieben: "Vor allem eines wird die Ordnung auf unseren Straßen wieder herstellen: eine überwältigende Machtdemonstration, um Gesetzesbrecher zu vertreiben, festzunehmen und schließlich abzuschrecken." 

Donald Trump fordert "Transparenz"

Für US-Präsident Donald Trump, seit seinem Amtsantritt im Clinch mit der "New York Times" und vielen anderen etablierten Medien, war der Vorfall ein gefundenes Fressen. Er bezeichnete den Schritt des "Meinungsredakteurs" auf Twitter als richtig. Den Beitrag nannte er "exzellent", Cotton sei ein "großartiger Senator", auf den sein Bundesstaat Arkansas stolz sei. Trump forderte "Transparenz" ein und wiederholte einmal mehr sein Statement: "The New York Times is Fake News!!!"

Seit fast zwei Wochen kommt es in vielen US-Städten zu Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus. Auslöser war der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota am 25. Mai. Die Proteste arteten anfangs zum Teil in Ausschreitungen und Plünderungen aus.

dho DPA

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