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Nordkorea droht mit Atomschlag: USA rüsten sich im Pazifik gegen Angriff

Nordkorea droht den USA offiziell mit einem möglichen Atomangriff "ohne jede Rücksicht". Washington nimmt die Ankündigung ernst und schickt eine neue Raketenabwehr in den Pazifik.

Die Gefahr einer bewaffneten Auseinandersetzung auf der koreanischen Halbinsel wächst. Nachdem das Regime in Nordkorea den USA offiziell mit einem möglichen Atomschlag gedroht hat, rüstet Washington im Pazifik weiter auf und kündigt die Entsendung eines Raketenabwehrsystems zum US-Stützpunkt auf der Insel Guam an.

Die Militärführung hatte verkündet, dass man militärische "Operationen ohne jede Rücksicht" gegen die USA bewilligt habe, weil Washington zwei US-Kriegsschiffe in den West-Pazifik entsendet. Das schließe auch Atomwaffen neuester Bauart ein.

Angriff aufs US-Festland unwahrscheinlich

Nordkorea verfügt nach Ansicht von Experten allerdings nicht über die technischen Mittel, das US-Festland mit Langstreckenraketen anzugreifen. Eine nordkoreanische Attacke mit Mittelstreckenraketen, etwa auf die US-Truppen in Südkorea oder Militärstützpunkte in Japan, liegt dagegen durchaus im Bereich des Möglichen. Ferner kann das Land mit seinen Raketen Ziele in ganz Südkorea erreichen. Die USA stärken Südkorea im Konflikt mit dem Regime im Norden demonstrativ den Rücken. Der neue US-Verteidigungsminister Chuck Hagel bezeichnete das Verhalten des Regimes in Pjöngjang in einer Rede als gefährlich. "Wir nehmen diese Bedrohung ernst."

Die Raketenabwehr, ein mobiles ballistisches Abwehrsystem, das teilweise auf Lastwagen montiert sei, soll dem Pentagon zufolge in den nächsten Wochen auf der Pazifik-Insel Guam eintreffen. Kurz zuvor hatten die USA bereits offiziell die Entsendung zweier Kriegsschiffe in den West-Pazifik bekanntgegeben, um die Raketenabwehr in der Region zu stärken. Es handele sich um die beiden Schiffe "Decatur" und "McCain", sagte ein Pentagonsprecher.

Nordkorea macht Industriekomplex für Süden dicht

Auch im Streit um den Industriekomplex Kaesong an der Grenze zu Südkorea setzt Pjöngjang seine aggressive Linie fort: Nordkorea verweigerte erneut die Einreise südkoreanischer Pendler in die gemeinsame Industrieanlage. Pjöngjang habe nur den Südkoreanern die Ausreise erlaubt, die sich im Komplex aufhielten, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

Der weitgehend von südkoreanischer Seite finanzierte Komplex Kaesong ist das einzige noch verbliebene Kooperationsprojekt zwischen beiden verfeindeten Ländern. Der nur einige Kilometer von der schwer bewachten Grenze entfernte Industriepark gilt als wichtiger Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden.

fw/DPA / DPA