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Obama in Indonesien: Aschewolke verhindert Moschee-Besuch

US-Präsident Barack Obama sieht die Vereinigten Staaten auf dem richtigen Weg hin zu einem besseren Verhältnis mit der muslimischen Welt. Es gebe Fortschritte im Bemühen, Missverständnisse und Misstrauen auszuräumen, allerdings müsse in dieser Hinsicht noch viel getan werden.

US-Präsident Barack Obama hat zum Auftakt seines Indonesien-Besuchs für bessere Beziehungen zur islamischen Welt geworben. In dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land beschrieb Obama die amerikanischen Bemühungen dabei als ernsthaft und dauerhaft. Der Präsident sollte während seines 20-stündigen Aufenthalts die Istiqlal-Moschee besuchen - eine der größten der Welt - und eine Grundsatzrede halten. Wegen der Aschewolke aus dem Vulkan Merapi schlossen US-Regierungsvertreter jedoch am Dienstag eine Verkürzung des bereits zwei Mal verschobenen Besuchs nicht aus. Obama hatte als Kind vier Jahre in Indonesien gelebt. Er reist gegenwärtig durch Asien.

Indonesien ist in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Verbündeten der Regierung in Washington geworden. Die Anti-Terror-Einheit Abteilung 88 - von den USA und Australien finanziert, ausgerüstet und ausgebildet - hat deutliche Erfolge im Kampf gegen die Islamisten in dem Insel-Staat erzielt. Seit den Anschlägen auf Bali 2002 wurden der Al-Kaida nahestehende Gruppen zerschlagen und viele ihrer Anführer getötet. Die USA wollen diese Kooperation auf jeden Fall fortführen.

Allerdings werfen Menschenrechtgruppen den indonesischen Sicherheitskräften schwere Verbrechen vor. Für Empörung sorgte jüngst die Veröffentlichung eines Videos, auf dem zu sehen ist, wie Soldaten zwei Mitglieder der Papua-Volksgruppe foltern. Obama steht vor der Herausforderung, zwar die Zusammenarbeit zu fördern, ohne jedoch den Eindruck zu erwecken, die USA billigten etwaige Übergriffe.

Sein indonesischer Kollege Susilo Bambang Yudhoyono muss seinen eigenen Balance-Akt vollziehen. Das zunehmend selbstbewusste Auftreten Chinas in der Region macht eine Zusammenarbeit mit den USA für beide Staaten attraktiv. Gleichzeitig muss Yudhoyono verhindern, dass eine zu enge Kooperation mit den USA die Regierung in Peking verärgert - zu groß ist die wirtschaftliche und militärische Macht Chinas in der Region. Obama erklärte am Dienstag, die USA hätten kein Interesse an der Eindämmung Chinas.

Wirtschaft spielt eine geringere Rolle

Im Gegensatz zu dem Besuch in Indien stehen Wirtschaftsbeziehungen auf dieser Station von Obamas Asien-Reise im Hintergrund. Indonesien ist zwar die größte Wirtschaftsmacht in Südostasien und ein G20-Staat. Allerdings liegt das Land gerade auf Platz 37 der amerikanischen Exportmärkte und die USA haben lediglich einen Anteil von 1,6 Prozent an den ausländischen Investitionen, insgesamt 171,5 Millionen Dollar. Der Handelsvertreter der amerikanischen Regierung verweist auf Korruption, schlechte Infrastruktur, nationalistisch geprägte Einschränkungen für ausländische Investoren und ein unsicheres juristisches Umfeld als Gründe dafür.

Obamas Asienreise ist auf zehn Tage angesetzt. Nach Indien und Indonesien steht das G20-Treffen und Südkorea und ein Wirtschaftsforum in Japan auf dem Programm.

Reuters/APN / Reuters