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Öffnungsplan vorgelegt Dänemark will ab Mai zur neuen Normalität – während Deutschland den Lockdown verlängert

Mette Frederiksen (M), Ministerpräsidentin von Dänemark, und die Vorsitzenden aller Parteien bis auf eine
Mette Frederiksen (M), Ministerpräsidentin von Dänemark, und die Vorsitzenden aller Parteien bis auf eine, verkünden im Schloss Christiansborg eine Einigung für einen Wiedereröffnungsplan nach dem Corona-Lockdown
© Philip Davali/Ritzau Scanpix/AP / DPA
Deutschland macht über Ostern weitgehend dicht. In unserem nördlichen Nachbarland hingegen hat man sich nun auf einen langfristig angelegten Öffnungsplan geeinigt. Ab Mai sollen Kinos, Theater und Gastronomie ganz öffnen dürfen. Ein Corona-Pass soll die Rückkehr zur neuen Normalität ermöglichen.

Dänemark will sich im Zuge der voranschreitenden Impfkampagne in den kommenden Wochen nach und nach von den geltenden Corona-Maßnahmen verabschieden – und damit in Richtung Normalität gehen. Die sozialdemokratische Regierung und fast alle weiteren dänischen Parlamentsparteien einigten sich am späten Montagabend auf einen langfristigen Plan zur schrittweisen Öffnung vieler Bereiche. Das erklärte Ziel: Das öffentliche Leben soll mit wenigen Ausnahmen beschränkungsfrei sein, wenn alle Risikogruppen und alle Menschen über 50, die dies wünschen, ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten haben. Für gewisse Bereiche sollen aber Einschränkungen bestehen bleiben, etwa für Großveranstaltungen und das Nachtleben. 

Gastronomie, Theater und Kinos sollen bis Mai öffnen

Wie aus der umfassenden Rahmenvereinbarung hervorgeht, dürfen Friseure und vergleichbare Dienstleister ab dem 6. April – also nach Ostern – landesweit wieder öffnen. Auch in den Schulen gibt es dann weitere Lockerungen: Nachdem die Schüler bis zur vierten Klasse bereits seit längerem zurück im Klassenzimmer sind, dürfen nun unter anderem auch die fünften bis achten Jahrgangsstufen zur Hälfte – das bedeutet jede zweite Woche – zum Präsenzunterricht zurückkehren.

Danach soll es im Wesentlichen in 14-Tages-Intervallen weitergehen mit den Lockerungen, etwa mit der Öffnung der Außenbereiche von Restaurants und Cafés sowie von Museen und Büchereien am 21. April. Am 6. Mai werden planmäßig auch wieder die Innenbereiche der Lokale sowie Theater und Kinos öffnen dürfen.

Wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in der Nacht zum Dienstag unterstrich, wird bei vielen Öffnungsschritten ein derzeit entwickelter Corona-Pass eine zentrale Rolle spielen. Mit diesem soll man dann unter anderem per App auf dem Smartphone Impfungen, negative Tests und überstandene Infektionen nachweisen können. Die Parteien seien sich einig, dass ein Corona-Pass zur Epidemiekontrolle beitragen werde, so dass große Teile des Erwerbs- und Kulturlebens früher als sonst wieder geöffnet werden könnten, hieß es in der Vereinbarung. 

Links steht ein grauhaariger älterer Mann im Anzug,

Freude bei den Politikern

Die Einigung war für Frederiksen und viele Oppositionspolitiker ein Grund zum Feiern. Die Ministerpräsidentin postete bei Facebook ein Bild von sich mit einem Bier und kommentierte es mit den Worten: "Gleich geht es nach Hause nach einem guten und langen Tag. Ich bin froh, dass wir einen langfristigen Wiedereröffnungsplan für Dänemark haben."

Die Parteichefin der sozialliberalen Radikale Venstre, Sofie Carsten Nielsen, veröffentlichte bei Instagram ein Foto von sich und einem Post-it, auf dem "Es wird wieder Alltag" notiert ist – darunter ein Herz.

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Frederiksen sagte, Regierung und Parteien seien sich auch einig darüber, dass der Zeitpunkt, wenn alle über 50 geimpft worden seien, ein äußerst wichtiger Fixpunkt sei. Allerdings müsse die Zahl der Infektionen weiter niedrig gehalten werden. Bei lokalen Ausbrüchen solle auf lokaler Ebene schnell und einfach eingegriffen werden.

Dänemark beim Impfen schneller als Deutschland

Wie aus dem aktuellen dänischen Impfkalender hervorgeht, sollen alle Dänen über 50 Jahre bis Ende Mai geimpft worden sein. Laut dem Vorsitzenden der dänischen Konservativen, Søren Pape Poulsen, bedeutet die Vereinbarung, dass Dänemark im weiten Umfang schon im Mai wieder geöffnet sein wird. Dänemark blicke nun auf eine Öffnung der Gesellschaft, während andere in Europa auf einen Lockdown schauten, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Ritzau. 

Nach einem Höchststand Mitte Dezember sind die Neuinfektionszahlen in Dänemark deutlich gesunken. Zuletzt lagen sie bei den Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC auf die Bevölkerung heruntergerechnet in etwa auf dem Niveau von Deutschland, die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung stehenden Todesfälle ist dagegen bei den Dänen so niedrig wie fast nirgendwo sonst in Europa. Auch die bisherigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen haben die dänischen Zahlen bislang nicht wieder stark in die Höhe schnellen lassen.

Beim Impfen sind die Dänen auch weiter als Deutschland. Nach Angaben vom Dienstag des Statens Serum Institut (SSI) – das Zentrale Zentrum des dänischen Gesundheitsdienstes – haben in Dänemark elf Prozent der Bevölkerung ihre erste Impfdosis erhalten, 5,5 Prozent sind fertig geimpft. Bis Ende Juli will man allen im Land eine Impfung angeboten haben, so der dänische Impfzeitplan. In Deutschland sind laut dem Impfdashboard 4,1 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. 9,2 Prozent sind mindestens Erstgeimpft. (Stand Dienstag, 23.03.2021)

rw DPA

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