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Palästinenser-Aufstand: Eine Chronologie der Gewalt

Seit drei Jahren befinden sich die Palästinenser wieder im Aufstand - Intifada genannt. Hier eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse.

Die wichtigsten Stationen der seit drei Jahren andauernden Al-Aksa-Intifada der Palästinenser waren:

29.09.2000 - Einen Tag nach einem demonstrativen und als Provokation empfundenen «Spaziergang» des damaligen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Tempelberg in Jerusalem mit Al-Aksa-Moschee und Felsendom kommt es dort nach dem Freitagsgebet zu blutigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und der Polizei. Überall in den palästinensischen Autonomiegebieten brechen die heftigsten Unruhen seit der ersten Intifada (begonnen Dezember 1987) aus.

17.10.2000 - Unter Vermittlung von US-Präsident Bill Clinton sagen Israel und die Palästinenser im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich zu, die andauernde Gewalt zu beenden. Keine der beiden Seiten hält sich jedoch an die getroffenen Vereinbarungen.

20.12.2000 - Clinton legt kurz vor Abschluss seiner Amtszeit die Grundzüge eines Friedensabkommens vor, das den fast vollständigen Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten und die Aufteilung Ost- Jerusalems zwischen Juden und Arabern vorsieht. Israel nimmt den Vorschlag zögernd an, Palästinenserpräsident Jassir Arafat lehnt ab.

6.2.2001 - Mit überwältigender Mehrheit wird der rechtsgerichtete Oppositionsführer Scharon israelischer Ministerpräsident. Im Wahlkampf hatte er den Israelis Sicherheit versprochen. 4.3.2001 - Bei einem Selbstmordanschlag werden in Netanja vier Israelis getötet und über 60 verletzt - Auftakt der bis heute andauernden Serie blutiger Selbstmordanschläge.

2.10.2001 - US-Präsident George W. Bush befürwortet erstmals öffentlich die Errichtung eines Palästinenserstaates.

17.10.2001 - Palästinensische Extremisten ermorden den israelischen Tourismusminister und Hardliner Rehavam Seewi.

16.12.2001 - Arafat ruft in einer Fernsehansprache erstmals in Arabisch zum Ende der bewaffneten Gewalt einschließlich der Selbstmordanschläge auf. 17.02.2002 - Saudischer Kronprinz Abdullah präsentiert einen Friedensplan: Rückzug Israels auf die Grenzen vor dem Sechs-Tage- Krieg 1967 gegen arabische Anerkennung Israels und Sicherheitsgarantien.

12.03.2002 - Bei ihrer größten Militäraktion seit dem Libanonfeldzug 1982 dringt die israelische Armee mit etwa 20 000 Soldaten in das Westjordanland ein.

12.03.2002 - Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet die von den USA eingebrachte Resolution 1397, die zum ersten Mal das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat ausdrücklich anerkennt.

27.03.2002 - Bei einem der verheerendsten Anschläge sprengt sich ein Hamas-Selbstmordattentäter in einer Hotelhalle in Netanja in die Luft. 25 Israelis sterben, über 100 werden verletzt. Darauf beginnt zwei Tage später eine israelische Großoffensive. Scharon erklärt Arafat offiziell zum «Feind Israels». Sein Amtssitz in Ramallah, die «Mukata», wird besetzt und bis auf wenige Zimmer zerstört, er selber soll völlig isoliert werden.

14.04.2002 - Israel beschließt die Einrichtung einer Pufferzone auf palästinensischem Gebiet. Durch Mauern, Zäune und elektronische Überwachung soll das Eindringen palästinensischer Extremisten nach Israel verhindert werden. 25.05.2003 - Mit knapper Mehrheit billigt die israelische Regierung den Friedensplan des Nahost-«Quartetts», der den Konflikt binnen drei Jahren beenden soll. Damit akzeptiert zum ersten Mal in der Geschichte Israels eine Regierung formell das Recht der Palästinenser auf einen unabhängigen Staat.

04.06.2003 - Unter dem Druck von US-Präsident George W. Bush legen Israel und die Palästinenser beim Nahost-Gipfeltreffen in Akaba den Grundstein für die Umsetzung des Nahost-Friedensplans.

29.06.2003 - Arafats Fatah gibt eine sofortige Waffenruhe bekannt. Hamas und Islamischer Dschihad wollen ihre Aktionen gegen Israel für die Dauer von drei Monaten einstellen.

19.08.2003 - Bei einem der schwersten palästinensischen Selbstmordanschläge seit Beginn der Intifada werden im Zentrum Jerusalems 24 Menschen einschließlich des Attentäters getötet und etwa 90 zum Teil schwer verletzt. Zwei Tage später tötet die israelische Armee den Hamas-Führer Ismail Abu Schanab in Gaza bei einem Raketenangriff. Die radikale Organisation kündigt daraufhin die einseitige Waffenruhe auf.

11.09.2003 - Die israelische Regierung beschließt «im Grundsatz» die Ausweisung Arafats.

28.09.2003 - Die Intifada hat innerhalb von drei Jahren nach amtlichen Angaben 2479 Palästinenser und 862 Israelis das Leben gekostet. 23 500 Palästinenser wurden zum Teil schwer verletzt, auf israelischer Seite sind es über 5800.

dpa / DPA