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Papst Benedikt XVI. in Kuba: Die neue Marktwirtschaft

Treffen mit Fidel Castro, Messe auf dem Platz der Revolution: Der Papstbesuch in Kuba war für Überraschungen gut. Doch was tut sich jenseits dieses Events in dem sozialistischen Land?

Von Joachim Rienhardt

Der kubanische Staat nahm seine schützende Hand am letzten Tag des Monats von der Buchhalterin Yaimara Ballester, morgens um zehn Uhr. Es war eine Angelegenheit von wenigen Minuten. "Ich musste mit allen Kollegen meiner Abteilung vor einer Expertenkommission antreten", sagt die 25-Jährige mit den großen Ohrringen. Ihre Arbeit in der statistischen Abteilung der Poliklinik Gregorio Valdez Cruz hatte sofort zu ruhen.

Im Erdgeschoss des blau gestrichenen Klinikums warteten mehrere Vorgesetzte und Vertreter der Gewerkschaft. Die Mienen der Experten waren ernst, ihre Worte auch. "Sie haben uns erklärt, dass der Staat die Lasten der Überbeschäftigung nicht mehr tragen kann", sagt Yaimara Ballester."Dann wurde uns eröffnet, dass nur vier Kollegen unserer Abteilung bleiben können. Vier von sechs." Yaimara, erst zwei Jahre dabei, musste gehen.

"Ich bin disponible"

Das zierliche Mädchen sitzt, wie so oft seither, auf dem abgewetzten Holzstuhl vor ihrem Haus in Havannas Vorort Cojímar. "Ich durfte noch eine Woche bleiben, der Lohn lief einen Monat weiter", sagt sie, bittet herein und schließt die Tür. Es ist heiß und stickig. Aber besser, es hört niemand mit. "Ich bin disponible", sagt sie, verfügbar. "Es hieß, sie rufen mich an, wenn sie was anderes haben." Das Wort Entlassung kommt im amtlichen Sprachgebrauch Kubas nicht vor. Noch nicht. Offiziell gilt weiter die Parole, wonach der Sozialismus jeden Einzelnen braucht. Doch im Reich der Gebrüder Castro tut sich Revolutionäres.

Yaimara Ballester gehört zu den etwa 300 000 Kubanern, die seit Mitte vergangenen Jahres von staatlichen Betrieben nach Hause geschickt wurden. Das Plansoll von einer halben Million Entlassungen bis Ende März wurde zwar nicht erfüllt. Doch insgesamt sollen in drei Jahren bis zu 1,8 Millionen Menschen ihre Arbeit verlieren - in einem Land mit elf Millionen Einwohnern.

Schluss mit dem Sozialismus à la Fidel

"Die Bürger dürfen nicht weiter nur abhängig sein von einem paternalistischen Staat, der ihnen bis jetzt Wohltaten angedeihen ließ von der Wiege bis zum Grab", postulierte der amtierende Präsident Raúl Castro gerade beim Kongress der Kommunistischen Partei Kubas. Es war der erste seit 14 Jahren. Und er könnte historisch gewesen sein, wenn Castro umsetzt, was er sagt. Der Staat ist pleite, jetzt soll Schluss sein mit dem Sozialismus à la Fidel Castro Fidel, der jahrzehntelang Geld verteilte, das mal aus der Sowjetunion, mal aus Venezuela kam.

Die Produktivität liegt wenig über dem Niveau von 1989, die Inflation hat die Einkommen der Menschen binnen 20 Jahren mehr als halbiert. Zeit also, sich der alten Parolen zu erinnern. In der Eingangshalle der Poliklinik, in der Yaimara Ballester bislang arbeitete, hängt ein Spruch Fidel Castros: "Revolution ist, den historischen Moment zu spüren, alles zu ändern, was man ändern muss. Werte zu verteidigen, an die man glaubt, ganz gleich, wie groß die Opfer sind." Vergangenen Oktober bereits opferte der Staat das Monopol, alleiniger Arbeitgeber aller Kubaner zu sein. Seither sind private Kleinbetriebe mit Angestellten gestattet. Das soll Steuereinnahmen generieren. Aber die Regierung setzt vor allem darauf, dass sich die Masse der Freigesetzten als Selbstständige aus der Verantwortung des Staates verabschiedet.

Schrauben, Kabel, Büstenhalter

Landesweit wurden seit Oktober über 200.000 Lizenzen für Privatgewerbe vergeben, zweimal so viel wie in den 52 Jahren zuvor. Seither sind Geschäfte zu sehen, die es bisher nur im Verborgenen gab. Auf den Gehwegen der Calle Monte sitzen Burschen, die Wegwerffeuerzeuge auffüllen. In Hauseingängen und hinter geöffneten Wohnzimmerfenstern haben fliegende Händler, Uhrmacher und Kesselflicker ihr wildes Sortiment aufgebaut: Schrauben, Kabel, Büstenhalter, Batterien, Slips, Armaturen für Badewannen, Schläuche, Shampoo, Haarfärbemittel, belegte Brötchen, Pizza. Überall wird angepriesen. Kaffee in Garageneinfahrten, Ölbilder in Vorgärten, Haarschnitte in umfunktionierten Wohnstuben.

Auf der Freifläche eines Abrisshauses in der Calle Angeles hat der Staat seinen Jungunternehmern blau getünchte Verkaufstische hingestellt. Dort reparieren die Kleinstunternehmer Brillen, schweißen Ausweise in Plastik. Sogar Schuhputzer, Sinnbild des entrechteten Arbeiters, polieren mit dem Segen der Regierung ihre eigene Kasse auf. Nichts scheint mehr, wie es war. Selbst einst als suspekte Elemente eingestufte Männer wie Michel Vega dürfen nun ganz offen ihren Geschäften nachgehen.

Auch Vega würde, wenn er könnte, sofort gehen.

Jeden Morgen lauert der 31-Jährige auf Touristen, meist an Ernest Hemingways ehemaligem Lieblingsrestaurant "La Terraza" in Cojímar. "Ein guter Platz, viele Ausflügler von Kreuzfahrtschiffen", sagt Vega. Neben der dicken Goldkette baumelt jetzt die behördliche Bewilligung zur Arbeit als "Vermittler für Reisende" an seinem Hals. "In den vergangenen Jahren bin ich zwölfmal von der Polizei in Handschellen auf die Wache mitgenommen worden", sagt er. "Viele meiner Freunde sind für drei, vier Jahre ins Gefängnis gewandert. Jetzt kann nichts mehr passieren." Er grinst.

Ein weißer Peugeot-Mietwagen mit zwei älteren Ehepaaren biegt auf den Parkplatz. Die Damen auf dem Rücksitz haben die Kameras schon im Anschlag. Vega ist sofort zur Stelle. "Ansprechen, den Ort erklären, Museen empfehlen, Vertrauen schaffen" - das sind die ersten Schritte zur Kontaktaufnahme. Vielleicht kann er sie später zu einem Restaurant schleppen. Für jeden Gast kassiert er dort Provision. Trinkgeld der Kunden gibt`s obendrauf. Ab und zu kann er auch noch Zigarren an den Mann bringen. "Ich komme auf 600 Dollar im Monat." Nach den ersten Mojitos bringt er die beiden Touristenpaare zum Strand von Cojímar, von dem sich einst Zehntausende auf selbst gebastelten Flößen Richtung Florida aufmachten. Auch Vega würde, wenn er könnte, sofort gehen.

Mit Orden dekoriert und hochbetagt

Für ihn geht das neue Leben zu langsam voran. "Noch bin ich jung, noch kann ich meine Arbeitskraft nutzen. Hier dauert das noch 10, 15 Jahre, bis sich wirklich was ändert." Vor allem, weil Raúl Castro zwar Wirtschaftsreformen wagt, aber die Kontrolle nicht aus der Hand geben will und deshalb weiter den Sozialismus predigt. Zwar sagt er inzwischen selbst, dass "unser Hauptfeind unsere eigene Unzulänglichkeit" ist. Man könne nicht jeden Engpass auf das Embargo der Amerikaner schieben.

Aber die Feindschaft pflegt er wie eh und je. Feierlich hat Castro den Parteitag auf das 50. Jubiläum des Sieges der Revolutionsarmee über die Invasoren an der Schweinebucht gelegt. Die erste militärische Niederlage der "US-Imperialisten" auf dem eigenen Kontinent. Im "Haus der Kämpfer" geben die Helden der ersten Stunde, reichlich mit Orden dekoriert und hochbetagt, weiter ihre Anekdoten wie auf Knopfdruck zum Besten. Im Museum für die Schlacht an der Schweinebucht liegt auf gewienerten Holzdielen die blank geschrubbte Turbine eines feindlichen Flugzeugs, das sie abgeschossen haben. Das Telefon, an dem Fidel einst die Schlacht befehligte, ist unter Plexiglas gesichert.

Dampf zischt aus einer Lok von "Henschel & Sohn"

Laut offizieller Sprachregelung findet in Kuba derzeit nur eine "Aktualisierung des ökonomischen Modells" statt. "Ich werde entschieden den Sozialismus verteidigen und niemals die Rückkehr des kapitalistischen Systems zulassen", sagte Raúl Castro als frisch gewählter Erster Sekretär der Kommunistischen Partei. Tatsächlich ist das Land bankrott. Finanzkrise, der Rückgang im Tourismus und drei Hurrikans haben die notorisch schwierige Lage weiter verschlimmert. Sie ist so dramatisch, dass Kuba die Devisenkonten ausländischer Firmen eingefroren hat, um überhaupt noch etwas bezahlen zu können.

Die Ruinen der Zuckerfabrik "Central Australia" direkt vor dem aufpolierten Museum versinnbildlichen den zerfallenden Staat. Auf dem Gelände stehen nur noch der Schornstein und die verrosteten Streben der ehemaligen Lagerhalle. Bloß im Maschinenhof regt sich noch etwas, was nach Arbeit aussieht. Dampf zischt aus einer Lok von "Henschel & Sohn, Cassel, Baujahr 1918". Am nächsten Tag kommt eine Gruppe Touristen. Sie werden durch die ehemalige Plantage geschuckelt. Mehr als ein paar Heizer und der Lokführer sind für diesen Museumsbetrieb nicht notwendig. Die restlichen 500 Werktätigen mussten gehen, vor über zehn Jahren schon. Von einst 156 Zuckerfabriken haben seither mehr als die Hälfte die Arbeit eingestellt. Aus Mangel an Treibstoff und Ersatzteilen, vor allem aber, weil jeder Betrieb mehr kostete, als er abwarf.

"Einheit, Produktivität, Effizienz"

Kuba muss heute nicht nur 80 Prozent aller Lebensmittel einführen. Die Insel ist gezwungen, auch Zucker zu importieren. In guten Zeiten wurde zehnmal mehr produziert. Viele der ehemaligen Arbeiter wachen morgens noch immer um sechs Uhr auf, obwohl es schon lang keine Schicht und keine Sirene mehr gibt, die sie in die Fabrik ruft. Es gab mal Computerkurse für sie. Offiziell heißt es, sie würden studieren. In Wahrheit tun sie nichts. Bezahlt werden sie immer noch.

An riesigen Tafeln in Havanna werden die Sprüche von einst gegen neue Parolen ausgetauscht: "Einheit, Produktivität, Effizienz", das ist die zentrale Losung. Natürlich hat Fidel Castro in lange zurückliegenden Reden Ähnliches gesagt. Jetzt wird daraus täglich auf Seite eins der "Granma", des Zentralorgans der Kommunistischen Partei, zitiert. Der Vater der Revolution gibt seinen Segen zur Politik seines kleinen Bruders, der nun die Staatsbetriebe in rentable Unternehmen verwandeln soll. So wie es ihm als Chef der Revolutionären Streitkräfte mit vom Militär betriebenen Firmen gelungen zu sein scheint, mit Fluglinien, Hotelketten, Taxi und Agrarbetrieben.

Auch in Kuba werden Boni für Manager nun gefordert

Seit Raúl vor fünf Jahren die Amtsgeschäfte übernahm, hat er nicht nur Handys und den Zutritt zu Dollar-Hotels genehmigt. Er holte westliche Wissenschaftler ins Land, die Marktwirtschaft lehren. Vertreter der Handwerkskammer aus Deutschland erteilen Nachhilfe in Sachen Meisterausbildung. Kubanische Ökonomen dürfen Gastsemester in Harvard absolvieren. Einige dieser Ökonomen residieren in einer schmucken Villa im feinen Viertel Miramar. Ihre Ratschläge veröffentlichen sie auf einer Webseite der Erzdiözese: Abschaffung der doppelten Währung, mehr Eigenverantwortlichkeit für Betriebe, Boni für Manager, Posten nach Befähigung besetzen, nicht nach Parteibuch. Die Internetseite der Kirche ist das einzige Wirtschaftsmagazin des Landes. Ab jetzt soll sich Leistung lohnen. Vor allem in der Landwirtschaft. Noch immer produzieren die staatlichen Betriebe auf 80 Prozent der Anbaufläche nur ein Fünftel des landesweiten Ertrags.

"Wir müssen die Produktion verdoppeln. Sonst sind wir weg", sagt Jesús Germán Suárez, Direktor des Zentrums zur Entwicklung der Landwirtschaft. Bei Betrieben in Pinar del Río soll er mit Düngemitteln, Maschinen und Ratschlägen Anschubhilfe geben. Bisher werden die Felder mit Ochsengespannen gepflügt. Die Ställe sind seit dem Wirbelsturm vor drei Jahren ohne Dach. Die Rinder sind so mager, dass man jede Rippe sieht. Milch geben sie so gut wie nicht. Die Fleischproduktion geht gegen null.

Bauern dürfen ihre Ernte auf privaten Märkten verkaufen

Direktor Suárez hat inzwischen einige Traktoren wieder zum Laufen bringen lassen, die deutsche Welthungerhilfe hat im Rahmen eines Nothilfeprogramms Werkzeuge und Häckselmaschinen geliefert. Wellblech, um die Ställe zu decken, liegt schon bereit. "In der Landwirtschaft erzielt man keine schnellen Ergebnisse. Es dauert vier Jahre. Aber wir packen das", sagt der Direktor. Denn sonst muss auch dieser Staatsbetrieb Land an Privatleute abtreten.

"Hektar für Hektar" heißt die Kampagne. Auf der Hälfte der staatlichen Güter liegt der Anbau brach. Fruchtbarer Boden ist überwuchert von buschartigem Unkraut, Marabú genannt, bis zu zehn Meter hoch. Stück um Stück soll wertvolle Fläche durch private Initiative zurückerobert werden. Die Ernte dürfen diese Bauern auf privaten Märkten verkaufen. Viele von ihnen sind eigentlich Lehrer, Ärzte oder Ingenieure. Jeder bekommt so viel Anbau fläche zugewiesen, wie er bewirtschaften kann.

Das Parteiblatt feiert seinen Paradeunternehmer

"Willst du wissen, wie Marabú aussieht?", sagt Pablo Pérez, ein stämmiger, grauhaariger Mann in Gummistiefeln, Jeans und breitkrempigem Strohhut. Er streckt seine zerschundenen Hände vor. Die tiefen Risse in der Haut haben die Farbe der dunklen Erde angenommen. Vor zwei Jahren übertrug der Staat dem Busfahrer 30 Hektar Land. Nach Dienstschluss machte er sich mit zwei Helfern daran, die Büsche zu entwurzeln. "Ein ganzes Jahr lang, nur mit Äxten und Macheten, oft bis spät in die Nacht, im Schein von Fackeln", sagt Pérez. Das hat ihm den Spitznamen "Fackel-Pepe" eingebracht. Und ein kleines Vermögen, denn das frisch gerodete Land bepflanzte er sofort.

Neben seiner Hütte stapeln sich Kisten mit frischen Bananen. 900 Tonnen will er dieses Jahr ernten. Damit wäre er der größte Produzent der Provinz Pinar del Río. "Ich habe schon im vergangenen Jahr eine Million Peso umgesetzt", sagt Pérez. Den Kredit bei der Bank hat er bereits getilgt. Seinen Reichtum muss er nicht mal mehr verstecken. Das Parteiblatt "Granma" hat ihn gerade als Paradeunternehmer gefeiert. Überschrift: "Einziges Geheimnis: die Hingabe zur Arbeit".

Versprechen haben die Kubaner schon viele gehört

"Jetzt beginnt der wahre Sozialismus", sagt der Kfz-Mechaniker Reynaldo López. Am Stadtrand Havannas betreibt er seine Werkstatt. López hat sich spezialisiert auf die Renovierung von Oldtimern. Frisch lackiert stehen sie in seinem Hof, als wären sie erst gestern vom Band gelaufen. "Früher konnte man schon wegen schmutziger Schuhe seine Lizenz verlieren", sagt López. Heute bekommt man eine binnen fünf Tagen, die Antragsteller stehen beim Arbeitsministerium Schlange. Menschen wie Juana del Toro sind darunter. Sie gehörte in den 90er Jahren zu den ersten, die ein Privatrestaurant eröffneten. Sie erzählt von korrupten Inspektoren, die Geld erpressten und ihr am Ende doch den Laden zusperrten. "Die Angst ist weg. Ich fühle mich frei." Raúl Castro hat den Kubanern Urlaubsreisen ins Ausland in Aussicht gestellt. Es soll künftig einfacher sein, Autos und Häuser zu kaufen. Schon haben sich die Preise für Immobilien, die sich Kubaner unter der Hand zuschieben, verdoppelt.

Aber die Furcht vor Veränderungen ist groß. Wer arbeitslos wird, verliert die Möglichkeit zu mitunter lukrativen Nebengeschäften. Und nun soll sogar die einst viel geschmähte Lebensmittelkarte abgeschafft werden, mit der die Kubaner noch Reis, Öl, Eier, Nudeln und Brot zu Spottpreisen kaufen können. Zigaretten, Seife und Zahnpasta sind schon gestrichen. Die Karte sei eine "unerträgliche Last", sagt Castro. "Und sie tötet den Anreiz zur Arbeit." Den Reiz zu bleiben, erhöht das nicht. Die Schlangen der Ausreisewilligen vor der Geschäftsstelle der USA sind so lang wie eh und je. Versprechungen haben sie in den vergangenen 50 Jahren schon viele gehört. Ist der Frühling vorbei, wenn vor den Küsten tatsächlich Öl gefunden wird, nach dem brasilianische und venezolanische Explorationsfirmen bereits mit großem Aufwand suchen? Damit könnte sich das Regime am Leben halten.

"Raúl lässt uns verhungern"

Dissidenten gilt es als Indiz des Stillstands, dass das Zentralkomitee gerade wieder mit der alten Garde besetzt wurde, darunter sechs Generäle, Altersdurchschnitt 67. Andere werten es als gutes Zeichen. Gerade jetzt brauche Castro Männer, auf die er sich verlassen kann. "Der Widerstand gegen die Wirtschaftsreformen in den eigenen Reihen ist erheblich", sagt einer seiner Wirtschaftsberater, der keine offizielle Gesprächserlaubnis hat. "Die Elite in Partei und Bürokratie hat Angst, Macht und Privilegien zu verlieren." Castro hat eigens einen Minister ernannt, der die Umsetzung der neuen Richtlinien überwachen soll. Und der Staat zeigt seine Macht. Mal werden Dissidenten beschuldigt, Spitzel zu sein, mal Oppositionelle kurzfristig verhaftet, 264 allein im März, so die Menschenrechtskommission CCDHRN. Auch Männer der ersten Riege werden überwacht.

Wirtschaftslenker Carlos Lage und Außenminister Felipe Pérez Roque hat man gefilmt, wie sie Witze über die Castros machten. Lage arbeitet jetzt als Arzt, Roque als Elektriker. Die Einschüchterung soll helfen, die Truppen bei der Stange zu halten.

Für öffentliche Unmutsäußerung gibt es null Toleranz. "Fidel, erhebe dich, Raúl lässt uns verhungern", hat neulich jemand an eine Hausmauer in Havanna gesprüht. Nach einer halben Stunde wurde das Graffito von einem Polizeitrupp übertüncht. Doch es gibt unabhängige Menschen, die daran glauben, dass Kuba eine Chance hat, aus der Misere herauszukommen.

Bereichert haben sich die Castro-Brüder nicht

Der Geschäftsmann Andreas Winkler, Chef der schweizerisch-kubanischen Handelskammer, seit 18 Jahren auf der Insel, gehört zu den Optimisten. "Kuba hat die Wirtschaftsreformen zum zentralen Thema erklärt und besitzt auf längere Sicht das Potenzial zum Paradies", sagt er. "Das Land hat unverbaute Küsten, eine gut ausgebildete Bevölkerung, fruchtbare Böden und Menschen, die arbeiten wollen." Schon stehen amerikanische wie chinesische Konzerne bereit, die marode Wirtschaft des Landes zu übernehmen. Exilkubaner lauern darauf, sich die Sahne stücke zu sichern, korrupte Parteikader bringen sich in Position.

Ausgerechnet Raúl Castro ist derzeit der letzte Garant dafür, dass sich ausländische Manager und kommunistische Funktionäre nicht so bedienen können, wie sie hoffen. Die Castro-Brüder mögen das Land mit ihrer Ideologie in den Bankrott getrieben haben, bereichert haben sie sich nicht. Bisher sieht es so aus, als gäbe es zum 80-jährigen Raúl keine Alternative. Und genau das ist Kubas Problem.

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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.