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Terror in Paris: Kamen zwei Attentäter als Flüchtlinge getarnt nach Europa?

Verschärft sich die Flüchtlingsdebatte angesichts der neuen Erkenntnisse über die Anschläge in Paris? Erste Spuren deuten darauf hin, dass zwei der Terroristen den Flüchtlingsstrom nutzten, um nach Frankreich zu gelangen.

Eine französische Flagge

Weltweit trauen die Menschen mit den Franzosen, wie hier in Panama. Wenn der erste Schock über die Attentate von Paris verarbeitet ist, dürfte sich die internationale Flüchtlingsdebatte verschärfen.

Zwei der Attentäter von Paris sind womöglich als Flüchtlinge getarnt über Griechenland nach Europa eingereist. Der Eigentümer eines syrischen Passes, der bei einem der toten Attentäter gefunden worden sei, sei Anfang Oktober über die Insel Leros in die Europäische Union gekommen, teilte die Regierung in Athen mit. Polizeikreisen zufolge sei der junge Mann dort mit einer Gruppe von 69 Flüchtlingen registriert worden. Dabei seien auch seine Fingerabdrücke abgenommen worden. Ein zweiter Attentäter sei vermutlich ebenfalls als Flüchtling über die Türkei und Griechenland nach Europa gekommen, hieß es in Regierungskreisen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, dürfte dies die Flüchtlingsdebatte in der EU verschärfen.

Allerdings müssen die Passdokumente und Fingerabdrücke noch mit den sterblichen Überresten der mutmaßlichen Attentäter abgeglichen werden. Schließlich könnten die beiden Leichen gefundenen Pässe auch gestohlen oder gekauft worden sein. Neben dem syrischen Pass war auch ein ägyptischer Ausweis bei einem Attentäter gefunden worden. Es gebe zwar keine amtlichen Vermerke, dass der Mann mit dem syrischen Pass Griechenland wieder verlassen habe, hieß es in den Polizeikreisen. Die Behörden gingen aber davon aus, dass er nach Mazedonien weitergereist sei.

Hotspot Leros

Griechenland zählt in diesem Jahr bereits rund 600.000 Flüchtlinge. Sie kommen vor allem aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Die Insel Leros ist dabei eine der Hauptanlaufstellen, an denen die EU an sogenannten Hotspots Flüchtlinge an den Außengrenzen geordnet registrieren und auf ihre Mitgliedstaaten verteilen will. Dieser Beschluss ist aber in der EU umstritten - auch wegen der Furcht, dass militante Islamisten in dem Flüchtlingsstrom untertauchen und so heimlich nach Europa kommen könnten. Die neue polnische Regierung kündigte bereits an, sich wegen der Anschläge nicht mehr an der Verteilung von Flüchtlingen nach EU-Quoten zu beteiligen.

Auch in Deutschland zeichnete sich eine neue Debatte über einen härteren Umgang mit Flüchtlingen an den Grenzen ab. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer verlangte, diese besser zu sichern und schnell neue Maßnahmen zwischen Bund und Ländern abzustimmen. Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) rief dagegen dazu auf, sich trotz der Anschläge weiter schützend vor Flüchtlinge zu stellen. Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) warnte, es dürfe nicht vorschnell ein Bogen zur Debatte um die Flüchtlinge gespannt werden. Er kündigte eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen an.