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IS-Terror: Peschmerga-Kämpfer erreichen Kobane

Die Verteidiger der Kurdenstadt Kobane erhalten die seit Tagen ersehnte Unterstützung. Nach langem Zögern ließ die türkische Regierung 150 Peschmerga-Kämpfer nach Syrien einreisen.

Im Schutz der Dunkelheit haben die Verteidiger der nordsyrischen Stadt Kobane die langersehnte Verstärkung erhalten. Ein Konvoi mit etwa 150 Peschmerga-Kämpfern aus dem Nordirak traf am Freitagabend mitsamt schwerer Waffen in der belagerten Kurdenhochburg ein, während Flugzeuge der internationalen Koalition Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat angriffen. Durch die Soldaten erhalten die Kurden dringend benötigte Unterstützung im Kampf gegen die Dschihadisten.

Die kurdischen Kämpfer, die seit mehreren Tagen auf ihre Einreise nach Syrien warteten, hatten gegen 21.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 MEZ) in mehreren Bussen und Militärfahrzeugen die türkische Stadt Suruc in Richtung Grenze verlassen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Der Konvoi wurde von türkischen Soldaten eskortiert. Am Straßenrand jubelten hunderte Kurden den Kämpfern zu.

Kurden töten dutzende Dschihadisten bei Angriff

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihre Angaben aus einem Netzwerk von syrischen Aktivisten bezieht, berichtete über schwere Gefechte in Kobane. Kurdischen Kämpfern sei es am Freitag gelungen, zu einer IS-Stellung im Norden der Stadt vorzurücken. Bei dem Angriff seien dutzende Dschihadisten getötet worden. Bei Luftangriffen der US-geführten Militärallianz seien außerdem Artilleriegeschütze der IS-Miliz zerstört worden.

Die Türkei hatte sich erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA bereit erklärt, die irakischen Kurden-Kämpfer über ihre Grenze in die syrische Kurdenstadt reisen zu lassen. Die Regierung in Ankara hatte erlaubt, dass die Peschmerga über ihr Staatsgebiet nach Kobane verlegt werden dürfen. Sie tut sich jedoch mit jeder Hilfe für die kurdischen Volksschutzeinheiten dort schwer, da diese mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden sind. Die PKK ist in der Türkei als Terrororganisation verboten.

In Kobane kämpfen bereits etwa 400 Soldaten der Freien Syrischen Armee (FSA) an der Seite der Kurden gegen die Dschihadisten. Unterstützung aus der Luft erhalten sie außerdem seit Wochen durch die Kampfjets der internationalen Militärallianz.

mka/DPA/AFP / DPA
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