Protestmarsch in Israel Warten auf Gilad


Gilad Schalit war erst 19, als er in die Gefangenschaft der Hamas geriet. Mittlerweile sind vier Jahre vergangen - und die Familie des der entführten israelischen Soldaten will nicht mehr länger warten.

Mit einem Marsch nach Jerusalem haben tausende Israelis ihre Regierung zu Verhandlungen mit der Hamas über den vor vier Jahren verschleppten Soldaten Gilad Schalit aufgefordert. Den am Sonntag gestarteten Protestzug hatte die Familie Schalits organisiert, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Der heute 23-jährige Schalit war am 25. Juni 2006 von radikalen Palästinensern in den Gazastreifen verschleppt worden.

Der Marsch begann in Mizpe Hila im Norden des Landes, wo ein Teil der Familie Schalit wohnt. Er soll zwölf Tage dauern. "Es ist an der Zeit, ihn nach Hause zu holen", hieß es auf Transparenten der Teilnehmer, von denen einige weiße T-Shirts und Mützen mit dem Schriftzug trugen: "Gilad lebt noch". Der Vater des Entführten, Noam Schalit, erklärte vor der Menge, er werde "nur mit Gilad nach Hause zurückkehren". Auch Schalits Mutter Aviva und seine beiden Geschwister wollten sich auf den gemeinsamen Weg nach Jerusalem machen.

Der Marsch soll beim Amtsitz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu enden. Dort will die Familie anschließend so lange zelten, bis die Regierung von der radikalislamischen Hamas die Freilassung Schalits erreicht. Die Hamas hatte im Sommer 2007 die Macht im Gazastreifen übernommen. Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hamas unter ägyptischer und deutscher Vermittlung waren vor wenigen Monaten gescheitert.

Über den Gesundheitszustand Schalits ist wenig bekannt. Das letzte Lebenszeichen kam vergangenes Jahr in Form einer kurzen Videobotschaft. Die Hamas fordert im Austausch gegen den Soldaten die Entlassung von 1.000 palästinensischen Gefangenen aus israelischer Haft. Jerusalem will der Forderung aber nur teilweise nachkommen, da unter den Häftlingen mehrere sind, die wegen der Tötung von Israelis verurteilt wurden.

AFP/DPA/APN DPA

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