VG-Wort Pixel

Illusion eines Wettbewerbs Putins Neffe hat einen neuen Job: Parteichef

Wladimir Putin lächelt
Wladimir Putin sorgt offenbar für seine Verwandschaft. Sein Neffe darf sich jetzt über den Vorsitzenden-Posten einer Partei freuen. 
© Sefa Karacan / Picture Alliance
Roman Putin ist ein ehemaliger FSB-Offizier, Geschäftsmann - und Neffe von Wladimir Putin. Nun ist der 42-Jährige auch noch Vorsitzender der Partei "Volk gegen Korruption" geworden. Aber seinem Onkel will er keine Konkurrenz machen. 

Der Neffe des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist zum Vorsitzenden der Partei "Volk gegen Korruption" erwählt worden. Roman Putin wurde in einer Geheimabstimmung für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wie der Vorsitzende des Allgemeinen Politischen Rates Grigorij Anisimow auf dem Parteitag bekannt gegeben hat.

Dabei ist der ehemalige Offizier des russischen Inlandsgeheimdienstes und Geschäftsmann erst am 21. Juni in die Partei, die er nun anführt, eingetreten. Sein erstes Zeil sei es nun, die Partei bei den Regionalwahlen im September in die regionalen Parlamente zu bringen. Im nächsten Schritt peile man dann die Staatsduma an. "Wir haben viele Pläne, in absolut allen Sektoren", sagte der Sohn des Cousins des Kreml-Chefs der Nachrichtenagentur Ria. Er habe sich viel mit Fragen der Korruptionsbekämpfung auseinandergesetzt, betonte Roman Putin. 

Die Partei "Volk gegen Korruption" ist 2013 gegründet worden. Ziel der Partei ist es, "die Folgen und vor allem die Ursachen der Korruption" zu bekämpfen.

Neue Parteien sollen Illusion eines Wettbewerbs erzeugen 

Erst im März hatte Roman Putin noch angekündigt, eine eigene Partei gründen zu wollen. Damals wollte er sich dem "Kampf gegen den Populismus" widmen, den "vermeintliche Vertreter einer Mehrheitsmeinung" verbreiten würden, wie er in einem Interview mit der Zeitung "Kommersant" ausführte.

Dabei machte er deutlich, dass er seinem Onkel keine Konkurrenz machen will. "Unser Land braucht einen starken Führer. Besonders in einer globalen Krisensituation. Es gibt keine Alternative zu Wladimir Putin", behauptete der 42-Jährige.

Beobachter vermuten, dass vor den Regionalwahlen im September und der Parlamentswahl 2021 mehrere Parteien die Aufgabe bekommen, die Illusion eines Wettbewerbs zu erzeugen. Auf eine Initiative der Präsidialverwaltung hin sollen etwa ein Dutzend neue Parteiprojekte ausgearbeitet werden, berichtete die unabhängige Zeitung "Meduza" noch Anfang des Jahres. Zwei oder drei neue Parteien sollen laut der Quelle in die Duma einziehen, um die Existenz einer Opposition vorzugaukeln.

ivi

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker