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Putschversuch in der Türkei: Neuer kommissarischer Militärchef ernannt

Das türkische Militär wagte den Aufstand gegen Erdogan, doch das Volk stellte sich gegen die Soldaten. Erdogan ist nun in Istanbul gelandet - und droht mit Vergeltung. Die Ereignisse im Live-Ticker.

Es war eine turbulente Nacht in der Türkei, doch nun scheint allmählich klar zu sein: Der Militärputsch scheint gescheitert zu sein. Staatspräsident Erdogann ist mittlerweile in Istanbul gelandet. Doch die Lage ist immer noch unübersichtlich - eine Übersicht, was gerade in der Türkei passiert:

+++ 6.26: Neuer kommissarischer Militär-Chef ernannt +++

In der Türkei übernimmt nach dem Putschversuch ein neuer Militärchef kommissarisch das Kommando. Der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge wurde General Ümit Dündar als Militärchef ernannt. Wo sich der bisherige Chef des Generalstabs Hulusi Akar aufhielt, war unklar. In der Nacht hatte der Ministerpräsident noch gesagt, Akar habe die Kontrolle und gehöre nicht zu den Putschisten.


+++ 6.03: Soldaten auf Bosporus-Brücke ergeben sich +++

In Istanbul haben sich mehrere zunächst an dem Putschversuch beteiligte Soldaten offenbar ergeben. Im Fernsehen war zu sehen, wie einige an der Bosporus-Brücke von Polizisten abgeführt wurden

+++ 5.31 Uhr: Luftangriff in der Nähe des Präsidentenpalastes +++

In der Nähe des Präsidentenpalastes in Ankara ist einem Medienbericht zufolge eine Bombe eingeschlagen. Das Geschoss sei von einem Kampfflugzeug über der türkischen Hauptstadt abgeworfen worden, berichtete der Fernsehsender NTV am Samstag. Über dem Stadtteil Bestepe, in dem der Präsidentenpalast liegt, stieg dichter schwarzer Rauch auf. Erdogan hielt sich zum Zeitpunkt des Angriffes in Istanbul auf.

+++ 5.00 Uhr: 130 Festnahmen +++

130 Menschen seien festgenommen und einer der Putschgeneräle getötet worden, berichtete Ministerpräsident Binali Yildirim nach Angaben des Senders CNN Turk. Der Putsch sei abgewendet worden: "Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle." Präsident Recep Tayyip Erdogan gab sich siegesgewiss.

+++ 4.50 Uhr: Atatürk-Flughafen nimmt Betrieb auf +++

Der Atatürk-Flughafen in Istanbul soll um 6 Uhr Ortszeit den normalen Betrieb aufnehmen, heißt es in einer Mitteilung der Fluggesellschaft Turkish Airlines.

+++ 4.31 Uhr: Mindestens 42 Menschen starben bei Putschversuch +++

Dem türkischen Sender NTV zufolge starben in Ankara mindestens 42 Menschen. mehr als hundert wurden verletzt.

+++ 4.01 Uhr: Militär soll Flugzeuge der Putschisten abschießen +++

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat das Militär nach Angaben aus dem Präsidialamt angewiesen, von den Putschisten gekaperte Flugzeuge abzuschießen. Kampfflugzeuge mit einem entsprechenden Auftrag seien von der Luftwaffenbasis Eskisehir abgehoben, hieß es aus dem Präidialamt. Nach einer zeitweisen Besetzung durch Putschisten hat der Sender CNN Türk die Berichterstattung wieder aufgenommen. Soldaten waren in der Nacht zu Samstag in das Redaktionsgebäude in Istanbul eingedrungen, und hatten die Mitarbeiter dazu gezwungen, den Sender zu verlassen.

+++ 3.45 Uhr: Erdogan droht Putschisten +++

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen für den versuchten Militärputsch verantwortlich gemacht. Der Versuch zur Übernahme der Macht durch einen Teil des Militärs sei "Verrat", sagte Erdogan in der Nacht zu Samstag bei einem Fernsehauftritt im Istanbuler Atatürk-Flughafen. Und er fügte hinzu: "Sie werden einen hohen Preis bezahlen." Außerdem: "Wir haben mit der Operation begonnen, das Militär vollständig zu säubern. Und wir werden diese Operation
weiterführen."

+++ 3.17 Uhr: TV-Bilder zeigen Erdogan am Flughafen +++

Präsident Erdogan ist in Istanbul gelandet, eine große Menschenmenge begrüßt ihn am Flughafen.

+++ 3.05 Uhr: Knall in Istanbul, Warten auf Erdogan +++

Die Istanbuler Innenstadt ist innerhalb von Minuten von mehreren heftigen Knallen erschüttert worden. Sie waren so schwer, dass an mehreren Autos in der Umgebung der Alarm ausgelöst wurden, Scheiben bebten. Zeitgleich flogen Kampfjets im Tiefflug über die Stadt. Möglicherweise waren die Knalle darauf zurückzuführen, dass die Jets die Schallmauer durchbrachen. Eventuell eskortierten sie das Flugzeug von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, der kurz zuvor am Atatürk-Flughafen in Istanbul gelandet sein soll. Auch aus dem Studio des Senders CNN Türk waren Schüsse und laute Tumulte zu hören. Der Kanal hatte das Programm zuvor schon eingestellt. Der Sender wurde geräumt, die Sendung eingestellt. Zuvor waren Soldaten in das Redaktiongsgebäude in Istanbul eingedrungen.

+++ 2.50 Uhr: Erdogan in Istanbul gelandet +++

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist nach einem Bericht des Fernsehsenders NTV in Istanbul gelandet. Unklar blieb, woher Erdogan angereist war. Während des Putschversuchs hatte es aus dem Präsidialamt lediglich geheißen, der Präsident sei in der Türkei und in Sicherheit.

+++ 2.35 Uhr: Sechs Tote und hundert Verletzte +++

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, in Istanbul seien sechs Zivilisten durch Schüsse getötet und fast hundert verletzt worden. Die Toten und Verletzten seien in ein Krankenhaus auf der asiatischen Seite der Stadt eingeliefert worden.

+++ 2.19 Uhr: Regierungschef: Lage "weitgehend unter Kontrolle" +++

Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagte nach Angaben aus dem Präsidialamt: "Die Situation ist weitgehend unter Kontrolle." Yildirim machte Anhänger der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen für den Putschversuch verantwortlich.

+++ 2.05 Uhr: Geheimdienst: Putschversuch "abgewendet" +++

Ein Sprecher des türkischen Geheimdienstes MIT sagte dem Sender CNN Türk, der Putschversuch sei "abgewendet".

Alle bisherigen Ereignisse in unserem Ticker-Archiv

nik/cf