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Rede vor US-Kongress Petro Poroschenko bittet USA um Waffenbrüderschaft


Er wählte drastische Worte: Die russische Aggression sei eine "Bedrohung für die weltweite Sicherheit", sagte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko vor dem US-Kongress und bat die USA um Waffen.

Ausländische Staats- und Regierungschefs bekommen nur selten die Möglichkeit, sich in einer Rede an den US-Kongress zu wenden. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko gehört nun zum Kreis der Erlauchten, er folgte einer Einladung des Republikaners John Boehner. Der ukrainische Staatschef nutzte die Gunst der Stunde mit einem flammenden Appell an die Vereinigten Staaten.

Um sein Land besser zu schützen, müssten die USA der Ukraine einen "besonderen Sicherheits- und Verteidigungsstatus" gewähren und es damit stärker an die Nato heranführen, sagte er bei einer gemeinsamen Sitzung von Senat und Repräsentantenhaus. Die Abgeordneten erhoben sich mehrfach applaudierend.

Die Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim im Frühjahr sei "einer der zynischsten Akte von Heimtücke in der modernen Geschichte" gewesen, sagte er mit Blick auf Russland. Die Ukraine habe sich nach dem Zusammenbrechen der Sowjetunion zur Aufgabe ihrer Atomwaffen bereit erklärt und habe nun von Moskau "einen Dolchstoß in den Rücken" bekommen. "Unter keinen Umständen" und "zu keinem Preis" werde sein Land die "Besetzung der Krim" akzeptieren, so der Präsident weiter.

Decken und Nachtsichtgeräten reichen nicht

Poroschenko bezeichnete die russische "Aggression gegen die Ukraine" als "Bedrohung für die weltweite Sicherheit". Der Staatschef bat auch um mehr Unterstützung für die ukrainischen Streitkräfte. "Angesichts der heutigen Situation muss sich Ukraines Demokratie auf eine starke Armee verlassen können", sagte er. Mit "Decken und Nachtsichtgeräten" allein lasse sich kein Krieg gewinnen. Die ukrainische Armee benötige "mehr militärische Ausrüstung, tödliche und nicht-tödliche", erklärte Poroschenko, der später zu einem Treffen mit Präsident Barack Obama im Weiße Haus erwartet wurde.

Nach Angaben aus Washingtoner Regierungskreisen lehnt Obama die ukrainische Forderung nach Waffenlieferungen aber weiter ab. Auch den Wunsch der Ukraine, mit dem Status eines Nicht-Mitgliedstaats der Nato seine Beziehungen mit der Militärallianz zu vertiefen, werde der US-Präsident nicht erfüllen, sagte ein ranghoher US-Vertreter. Kiew habe bereits ein enges Verhältnis zur Nato mit einer Sicherheitszusammenarbeit und gemeinsamen Manövern. Der Status als Nicht-Mitglied würde keine neuen Vorteile bringen.

nik/DPA DPA

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