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Reisechaos in Spanien Zapatero droht Fluglotsen mit rechtlichen Schritten


Nach dem Streik der Fluglotsen in Spanien übernahm das Militär die Kontrolle über den Flugraum. Die Regierung drohte den Lotsen unterdessen rechtliche Schritte an. Sollten sie heute (Samstag) nicht zur Arbeit erscheinen wolle Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero den Notstand ausrufen.

Nach dem wilden Streik der Fluglotsen hat das spanische Militär die Kontrolle über den Luftraum des Landes genommen. Die Regierung drohte den Fluglotsen mit strafrechtlichen Schritten, sollten nicht genügend von ihnen am (heutigen) Samstag zur Arbeit erscheinen. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero werde in diesem Fall den Notstand ausrufen. Das Kabinett wollte am Samstag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Acht spanische Flughäfen hatten wegen des nicht genehmigten Ausstandes am Freitagabend schließen müssen, mindestens 330.000 Reisende saßen vor einem verlängerten Wochenende fest. Die Flughafenbehörde AENA erklärte, 90 Prozent ihrer Fluglotsen hätten entweder ihre Arbeitsplätze verlassen oder seien nicht zum Dienst aufgetaucht.

Nur wenige Stunden vor dem Ausstand hatte die Regierung weitere Sparmaßnahmen gebilligt, um den zunehmenden Druck der Anleger angesichts der angespannten Haushaltslage zu entschärfen. Vorgesehen ist unter anderem die teilweise Privatisierung von Flughäfen. Die Fluglotsen verhandeln schon lange mit der AENA über ihre Löhne, die Arbeitsbedingungen und Vergünstigungen. Nach Angaben der Fluglotsengewerkschaft haben deren Mitglieder die Maximalarbeitszeit bereits seit Wochen erreicht. AENA-Chef Juan Ignacio Lema warf den Fluglotsen vor, die spanische Bevölkerung zu erpressen.

Iberia und Lufthansa setzen Flüge aus

Von den Schließungen am Freitag betroffen waren unter anderem der Großflughafen von Madrid und Flughäfen in den beliebten Urlaubszielen Ibiza, Palma de Mallorca und Menorca. Wann sie wieder geöffnet werden, war zunächst nicht bekannt. Die spanische Fluggesellschaft Iberia teilte mit, alle Flüge von und nach Madrid würden bis mindestens 11.00 Uhr am Samstag ausgesetzt. Die deutsche Lufthansa strich am Freitagabend sechs Flüge von Deutschland nach Spanien, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur dapd sagte. Außerdem könne es zu Verspätungen kommen.

Das Fehlen der Fluglotsen löste kurz vor einem Nationalfeiertag in Spanien am Montag ein Reisechaos aus. Viele Passagiere mussten nach stundenlangem Warten entweder nach Hause zurückkehren oder sich in Hotels einbuchen, einige übernachteten am Flughafen.

"Das ist eine Gemeinheit", sagte die 35-jährige Marcela Vega, die mit ihrem Mann und zwei Kindern nach Chile fliegen wollte. "Wie kann eine Gruppe Menschen so egoistisch sein, um die Pläne von so vielen Leuten zu zerstören?"

Harold Heckle und Alan Clendenning, DAPD dapd

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