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Wahlkampf-Einmischung?: "Hexenjagd" vor dem Ende: US-Sonderermittler Mueller schließt Russland-Untersuchungen ab

Nach 20 Monaten wird US-Sonderermittler Robert Mueller die Untersuchung über eine mögliche Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf beenden. Das Ergebnis der von Donald Trump als "Hexenjagd" geschmähten Ermittlungen wird mit Spannung erwartet.

Sonderermittler Robert Mueller (l.) und US-Präsident Donald Trump

Sonderermittler Robert Mueller (l.) untersucht eine mögliche russische Einmischung in die US-Wahl, die Donald Trump zum Präsidenten machte

AFP

In Kürze wird es ernst. Die Untersuchungen von US-Sonderermittler Robert Mueller zu möglichen Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf sind beendet und stehen vor der Veröffentlichung. Das bestätigte der amtierende US-Justizminister Matthew Whitaker: "Die Untersuchung ist, soweit ich weiß, kurz davor, abgeschlossen zu werden", sagte er und, dass er hoffe, "dass wir den Bericht sobald wie möglich erhalten werden."

Sechs Trump-Vertraute bereits angeklagt

Der Abschlussbericht wird mit Spannung erwartet. Erst vor wenigen Tagen wurde der frühere Berater des US-Präsidenten, Roger Stone, im Zusammenhang mit den Ermittlungen angeklagt.  Er ist der mittlerweile sechste Angeklagte aus Trumps Umfeld in den Mueller-Ermittlungen. Manche Beobachter schließen nicht aus, dass es sogar noch Anklagen gegen Trumps Sohn Donald Jr. und seinen Schwiegersohn Jared Kushner wegen ihrer Verstrickungen in die Russland-Affäre geben könnte.

Ex-FBI-Chef Robert Mueller untersucht seit Mai 2017 die Einflussnahme Russlands auf die US-Präsidentschaftswahl von 2016 und eine mögliche Verwicklung des Wahlkampflagers von Donald Trump. Berufen wurde Mueller nachdem US-Präsident Trump den damaligen FBI-Chef James Comey gefeuert hatte. Als Entlassungsgrund hatte er zunächst angegeben, mit der Arbeit des obersten Bundespolizisten unzufrieden zu sein, doch Trump selbst räumte wenig später ein, dass er Comey wegen der damals schon laufenden FBI-Ermittlungen rausgeworfen habe. Das wiederum veranlasste das Justizministerium dazu, einen Sonderermittler einzusetzen.

Wer wird Donald Trump gefährlich?

Trump hat die Untersuchungen seitdem immer wieder scharf kritisiert und als "Hexenjagd" bezeichnet. Der US-Präsident bestreitet vehement jegliche illegale Absprachen mit Russland. Auch der amtierende Justizminister Whitaker hatte sich in der Vergangenheit höchst kritisch zu den Ermittlungen Muellers geäußert, aber auch klargestellt, dass er sie bis zu Ende laufen lassen werde.

Trotz aller Unschuldsbeteuerungen sind mit Stone, Paul Manafort und dem früheren Anwalt Michael Cohen bereits drei enge Vertraute Trumps angeklagt worden - und bringen Trump in Bedrängnis. Vor allem Cohen könnte Trump besonders gefährlich werden. Er gilt als eine Schlüsselfigur in den Russland-Untersuchungen. Cohen hat sich mit Trump überworfen und kooperiert inzwischen mit Sonderermittler Mueller. Mit Spannung wird eine Anhörung Cohens vor dem US-Kongress erwartet. Wann genau es dazu kommt, ist noch unklar.

Kongress über Russland angelogen

Im Dezember hatte ein Bundesgericht in New York Cohen wegen Zahlung illegaler Wahlkampfbeihilfen, wegen Falschaussagen vor dem Kongress und wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte unter anderem eingeräumt, den Kongress bei dessen Russland-Untersuchungen im Zusammenhang mit einem geplanten Bauprojekt Trumps in Russland angelogen zu haben.

nik / DPA / AFP