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Sicherheitsberater Robert O'Brien: Ausgerechnet der "netteste Kerl auf dem Planeten" berät Trump bei Groß-Konflikten

Donald Trumps neuer Sicherheitsberater Robert O'Brien wurde mit einem kuriosen Einsatz in Schweden bekannt. Er tritt die Nachfolge des geschassten Hardliners John Bolton an, gilt selbst als umgänglich und nett. Nun muss er helfen, die Brandherde der Welt zu löschen.

Donald Trump und Robert O'Brien

Donald Trump und Robert O'Brien haben schon "lang und hart" zusammengearbeitet

DPA

Der nicht gerade Trump-freundliche US-Nachrichten-Kanal CNN hatte schon vor der Bekanntgabe des Namens so getan als wisse er, wer den US-Präsidenten in Fragen der nationalen Sicherheit künftig beraten werde. Niemand geringerer als Donald Trump persönlich. "Es ist ein großartiger Job. Er ist großartig, weil es eine Menge Spaß macht, mit Donald Trump zu arbeiten. Und dazu ist es auch noch sehr einfach mit mir zu arbeiten. Wisst ihr auch, warum es so einfach ist? Weil ich alle Entscheidungen treffe", zitierte der Sender den US-Präsidenten - und kommentierte das mit der scherzhaften Bemerkung: "Seht! Er sagt es genau hier. Donald Trumps nächster Sicherheitsberater wird Donald Trump selbst sein."

Tatsächlich ist es Robert O'Brien.

"Robert O'Brien wird einen super Job machen"

Eine Woche nach dem Rauswurf des Hardliners und Befürworters eines Kriegs mit dem Iran, John Bolton, soll der Jurist und Diplomat O'Brien zum neuen Nationalen Sicherheitsberater ernannt werden. Er sei bislang "sehr erfolgreich" als Sondergesandter für Geiselangelegenheiten im Außenministerium tätig gewesen, schrieb Trump. "Ich habe lang und hart mit Robert gearbeitet. Er ist sehr talentiert und wird einen super Job machen", so der Präsident weiter.

O'Brien wird der vierte Nationale Sicherheitsberater in Trumps Amtszeit. Der Nationale Sicherheitsberater spielt in der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik eine wichtige Rolle. Er ist dem Präsidenten direkt unterstellt; seine Ernennung muss nicht vom US-Senat bestätigt werden.

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In der Öffentlichkeit bekannt geworden war O'Brien im Sommer, als ihn Trump zur Beobachtung eines Verfahrens gegen den amerikanischen Rapper Asap Rocky nach Schweden geschickt hatte. Der Einsatz hatte für Erstaunen gesorgt, da der Musiker wegen Körperverletzung angeklagt wurde und zeitweise inhaftiert war - sich aber keineswegs in einer Geiselsituation befand. Der Musiker wurde im August wegen Körperverletzung verurteilt. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß. Sondergesandte für Geiselangelegenheiten beraten üblicherweise die Regierung bei Entführungen und Geiselnahmen und halten Kontakt mit den Familien Entführter.

Sein Vorgänger war auch schon sein Chef

Der Karrierediplomat hatte bereits für so unterschiedliche Charaktere wie die erzkonservative Außenministerin Condoleezza Rice sowie deren liberale Nachfolgerin Hillary Clinton gearbeitet und sie beraten. Im Präsidentschaftswahlkampf 2012 hatte er für den damaligen Kandidaten der Republikaner Mitt Romney gearbeitet. Jahre zuvor, 2005, war er vom Senat bestätigt worden, um mit dem damaligen UN-Botschafter Bolton in New York zu arbeiten – seinem Vorgänger als Sicherheitsberater.

Dem gefeuerten John Bolton wirft Trump vor, "einige sehr schwere Fehler" begangen zu haben. Differenzen gab es etwa bei der Frage, ob die USA mit den Taliban in Afghanistan ein Abkommen schließen sollte. Er war zudem einer der glühendsten Verfechter des US-Einmarsches in den Irak, den Trump als schweren Fehler kritisiert hat. Und in den Atomkonflikten mit dem Iran und Nordkorea verfolgt Bolton im Gegensatz zum US-Präsidenten ebenfalls harte bis militärische Lösungen.

Ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte dem Sender CNN, die Wahl sei auf O'Brien gefallen, weil Trump einen "Konsensstifter und keinen Selbstdarsteller" auf dem Posten wolle. Der aus Kalifornien stammende Anwalt gilt als umgänglicher Charakter. "Er kommt mit jedem klar. Er ist der netteste Kerl auf dem Planeten", heißt es bei der "Washington Post". Was ihn aber wohl auch für den Posten qualifizierte: In seinem Buch von 2016 übte O'Brien harsche Kritik an dem von Präsident Obama geschlossenen Atomabkommen mit dem Iran – womit er exakt die Ansicht des US-Präsidenten traf.

Heikle Zeiten für ihn und Donald Trump

Obwohl der Posten des nationalen Sicherheitsberaters unter Trump dramatisch an Bedeutung eingebüßt hat, kommen auf O'Brien einige heikle Aufgaben zu. Er übernimmt den Posten in einer Zeit, in der sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran wegen der jüngsten Luftangriffe auf zwei saudiarabische Ölanlagen nochmals massiv verschärft haben. Dazu gesellen sich die Verhandlungen mit Nordkorea zur Aufgabe des Atomwaffenprogramms, die generelle Instabilität im Nahen Osten, die Bemühungen um eine Stabilisierung Afghanistans, der von den USA erhoffte Regierungswechsel in Venezuela sowie auch Spannungen wegen des eskalierenden Handelskonflikts mit China.

Der neue Berater im Weißen Haus werde sich nach der Maxime "Frieden durch Stärke" für Amerikas Sicherheit einsetzen, sagte O'Brien. Es gebe eine "Reihe Herausforderungen", aber auch ein gutes Team, um diese zu stemmen, sagte er bei einem gemeinsamen Auftritt mit Trump in Kalifornien vor Journalisten.

Quellen: CNN, "Washington Post", AFP, DPA