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"Wenn ihr welche kennt, tötet sie": Philippinischer Präsident ruft zum Mord an Junkies auf

Rodrigo Duterte machte mit Drohungen, Beleidigungen und Protzerei Wahlkampf und holte trotzdem einen großen Sieg. Nun ist er als Präsident der Philippinen im Amt und sagt Kriminalitiät und Drogen den Kampf an. Mit ungeheuerlichen Maßnahmen.

Philippinen-Präsident Rodrigo Duterte

Keine Gnade mit Drogenabhängigen: Philippinen-Präsident Rodrigo Duterte

Er ist berüchtigt für seine Härte. Trotz massiver Kritik wegen Menschenrechtsverletzungen wurde Rodrigo Duterte neuer Präsident der Philippinen. In seiner Wahlkampagne kündigte er an, die Todesstrafe wieder einführen zu wollen. Und rief nach seiner Vereidigung die Bevölkerung sogar zum Töten auf.

Wie der "Guardian" berichtet, soll der Hardliner bei einem Besuch in einem Slum von Manila vor etwa 500 Menschen auf Drogendealer geschimpft haben: "Diese Hurensöhne zerstören unsere Kinder. Ich warne euch. Macht da nicht mit. Auch, wenn ihr Polizisten seid, weil ich euch wirklich töten werde", wird er zitiert. "Wenn ihr welche kennt, die süchtig sind, so tötet sie. Für ihre Eltern wäre es zu schmerzhaft, dies selbst zu tun.“

Bei seiner Vereidigung versprach der 71-Jährige Gesetzestreue: "Als Jurist weiß ich um die Grenzen der Macht und Autorität des Präsidenten. Ich werde mich kompromisslos an die Gesetze halten." Mit Blick auf Kritiker fügte der für seine rüde Ausdrucksweise und undiplomatische Art berüchtigte Politiker allerdings auch hinzu: "Ihr kümmert euch um eure Aufgaben, ich kümmere mich um meine." Duterte ist der erste Präsident aus der Unruheregion Mindanao im Süden des Landes. Anders als sein Vorgänger Benigno Aquino und die meisten Präsidenten stammt er nicht aus einer der wohlhabenden Großgrundbesitzerfamilien.

Rodrigo Duterte beleidigte den Papst

Menschenrechtler werfen dem langjährigen Bürgermeister von Davao vor, dort Todesschwadronen geduldet zu haben, die hunderte Drogendealer umbrachten. Duterte hat das nie abgestritten und landesweit kurzen Prozess mit Kriminellen angekündigt. Ihr Blut werde die Bucht von Manila rot färben, drohte er, und er will die Todesstrafe wieder einführen.

Duterte stieß viele Gläubige in dem einzigen katholischen Land Asiens mit Beleidigungen des Papstes vor den Kopf, gewann die Wahlen am 9. Mai aber trotzdem mit 39 Prozent und weitem Abstand vor seinem nächsten Rivalen. Er überzeugte die von Kriminalität und Korruption geplagten Einwohner des Inselstaates mit dem Versprechen, innerhalb von 100 Tagen für Recht und Ordnung zu sorgen.

Dem Parlament drohte er mit Entlassung, sollten sie seinen scharfen Kurs nicht mittragen. Duterte wählte für seine Amtseinführung wie zuletzt der Diktator Ferdinand Marcos 1986 den Präsidentenpalast und ließ sich nicht wie seine Vorgänger unter freiem Himmel vor Tausenden Zuschauern vereidigen. Er habe Kosten sparen wollen, sagte Duterte.

jek / DPA