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Wirtschaftsweiser Peter Bofinger zum "Grexit" "Das größte Risiko ist ein Auseinanderbrechen des Euro"


Die Diskussion über den möglichen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro nimmt Fahrt auf. Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrats, warnt vor einem Kurswechsel in der Rettungspolitik.
Von Andreas Hoffmann

Die Debatte um einen möglichen Austritt Griechenlands bewegt die Finanzmärkte in Europa. Am stärksten brachen am Montag die Kurse in Griechenland ein, der Leitindex Athex sank um 5,6 Prozent. Auch der Dax verlor drei Prozent. Die Investoren fürchten, dass eine mögliche neue Regierung unter dem Links-Politiker Alexis Tsipras die Sparpolitik beendet und das Land aus dem Euro führen könnte. Der stern stellte drei Fragen über einen möglichen Griechenland-Austritt an Peter Bofinger, Mitglied des Sachverständigenrats.

Die Bundesregierung hält einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone für nicht mehr schlimm. Was halten Sie von diesem Kurswechsel in der Rettungspolitik?

Eine Diskussion über den Austritt eines Landes ist grundsätzlich ein Spiel mit dem Feuer. Es kann zum Abzug von Bankeinlagen und einer Kapitalflucht aus dem betreffenden Land kommen, was destabilisierend wirkt.

Kann die Euro-Zone einen Austritt inzwischen verkraften?

Das Problem sind die Ansteckungseffekte. Wenn der Austritt grundsätzlich möglich wird, kann es in anderen Ländern schnell zu einer Diskussion über die Wiedereinführung der nationalen Währung kommen. Schon jetzt gibt es in Italien Politiker, die für eine Rückkehr zur Lira plädieren.

Was würde ein Austritt Deutschland, Griechenland und Europa kosten?

Das größte Risiko ist ein Auseinanderbrechen des Euro. Hierunter würde Deutschland besonders stark leiden. Es käme mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer massiven Aufwertung der deutschen Währung. Die deutsche Industrie würde an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und Arbeitsplätze wären gefährdet.


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