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Bootsmigranten Rettungsschiff "Sea-Watch 4" vor Sizilien festgesetzt

Ein Crew-Mitglied löst das Tau der Sea Watch 4 im Hafen von Burriana. Das Schiff bricht zu einem neuen Rettungseinsatz auf.
Ein Crew-Mitglied der "Sea Watch 4" löst die Taue im spanischen Hafen von Burriana. In Italien hat die Besatzung derzeit juristischen Ärger, das Schiff darf nicht auslaufen.
© JOSE JORDAN / AFP
Das Rettungsschiff "Sea-Watch 4" hatte 450 Migranten an Bord genommen und wird nun auf Sizilien festgehalten. Die Crew fürchtet ein längeres Auslaufverbot.

In der vergangenen Woche noch hatte die "Sea-Watch 4" 450 Migranten aus dem Mittelmeer an Bord genommen und im sizilianischen Hafen von Tripani an Land gebracht. Nun wurde das Schiff der Seenotretter von der italienischen Küstenwache festgesetzt. Grundlage für diesen Beschluss ist eine Anordnung vom September 2020, wegen der die "Sea-Watch 4" schon einmal in einem Hafen festgehalten wurde.

Erst unter Quarantäne gestellt und nun festgehalten

Wie eine Sprecherin von Sea-Watch am Montag erklärte, ist die Besatzung der "Sea-Watch 4" bereits seit einer Woche im Hafen unter Quarantäne gesetzt worden. Nun befürchte man, nach Ablauf der 14-tägigen Corona-Schutzmaßnahme Italiens über einen langen Zeitraum festgehalten zu werden.

Die "Sea Watch 4" teilt derzeit das gleiche Schicksal wie die "Sea-Watch 3" , welche seit Tagen in der sizilianischen Stadt Augusta festsitzt. Damit sind Einsätze der Seenotrettungsorganisation im Mittelmeer derzeit kaum möglich.

Im Fall der "Sea-Watch 4" werfen die italienischen Behörden der Organisation vor, unter falscher Registrierung zu fahren, wie es von Sea-Watch hieß. Währenddessen starben nach UN-Angaben in diesem Jahr bereits mehr als 500 Menschen im zentralen Mittelmeer – dem Einsatzgebiet der "Sea-Watch 4".

Bootsmigranten: Rettungsschiff "Sea-Watch 4" vor Sizilien festgesetzt

Sehen Sie in diesem Video: Das Wetter wird besser und die See wärmer. Auch das könnte eine Rolle dabei spielen, dass auf der kleinen Mittelmeer-Insel Lampedusa am Sonntag eine stark gestiegen Zahl von Flüchtlingen angekommen ist. Wie die Behörden mitteilten, wurden etwa 1500 Personen gezählt, die in den vergangenen Tagen die Überfahrt geschafft haben. Tendenz: zunehmend. 

ldh DPA

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