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Selbstmordanschlag in Afghanistan: Attentäter töten ein Dutzend Menschen

Bei zwei Selbstmordanschlägen vor einem Nato-Stützpunkt in Afghanistan sind mindestens zwölf Menschen, viele davon Zivilisten, getötet worden. Unklar war zunächst, ob auch NATO-Soldaten umkamen.

Bei zwei Selbstmordanschlägen in der Nähe eines NATO-Stützpunktes in Afghanistan sind am Samstag mindestens zwölf Menschen getötet worden. Weitere 59 Menschen seien bei den Explosionen in Sajedabad in der zentralafghanischen Provinz Wardak verletzt worden, teilten die zuständigen Behörden mit. Zehn von ihnen seien wegen der Schwere ihrer Verletzungen zur Behandlung in die Hauptstadt Kabul gebracht worden. Die Nato bestätigte den Angriff, bestritt jedoch Opfer in den eigenen Reihen.

Ein Selbstmordattentäter habe zunächst seine Sprengstoffweste gezündet, dann habe ein zweiter seinen mit Sprengstoff gefüllten Lastwagen in die Luft gesprengt, teilte die Provinzregierung mit. "Acht Zivilisten, darunter eine Frau, sowie vier Polizisten wurden bei dem Vorfall getötet." Unter den Verletzten seien vor allem Zivilisten, aber auch Polizisten und Soldaten der NATO-geführten Schutztruppe, hieß es weiter.

Die Nato bestritt dies. "Obwohl der Vorfall nahe der Militärbasis im Distrikt Sajedabad geschah, gibt es keine Berichte über Todesfälle oder Verletzte bei der Nato", sagte Major Adam Wojack der Nachrichtenagentur DPA.

Die Taliban übernahmen die Verantwortung für die Anschläge. "Der erste Attentäter sprengte sich vor den Toren der US-Basis in die Luft und eröffnete den Weg für den Lastwagenattentäter", teilte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid mit. Dutzenden US-Soldaten seien dabei getötetet worden, sagte er. Derartige Angaben der Taliban sind zumeist stark übertrieben.

Nach einem Bericht der Vereinten Nationen ist die Zahl der Toten in diesem Jahr in Afghanistan gestiegen. So sollen in den ersten sechs Monaten mindestens 1145 Zivilisten getötet und 1954 verletzt worden sein. Für 80 Prozent der Todesfälle seien demnach die Rebellen verantwortlich.

US-Drohnen töten wieder in Pakistan

Bei einem US-Drohnenangriff im Nordwesten Pakistans sind am Samstag indes mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Es handele sich um radikalislamische Kämpfer, wie Vertreter der Sicherheitsbehörden sagten. Die Attacke ereignete sich in der Region Degan in der Provinz Nord-Waziristan.

Das Gebiet gilt als Rückzugsort für aufständische Taliban und Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Zuletzt waren bei drei US-Drohnenangriffen in dieser Region am 24. August mindestens 16 mutmaßliche Extremisten getötet worden. Das Außenministerium in Islamabad hatte nach diesen Angriffen einen hochrangigen US-Diplomaten einbestellt und ihm mitgeteilt, dass die Drohnenangriffe illegal und inakzeptabel seien. Pakistan protestiert seit längerem gegen die Angriffe. Die USA ignorieren das.

jwi/DPA/Reuters/AFP/DPA/Reuters

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