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Simon Kremer - Lost in Nahost: Basics für den Basar: Warum Deutsche nicht zum Handeln gemacht sind

Jeder Tourist, der in die Türkei oder nach Tunesien reist, will einmal auf einem Basar feilschen - und wird dabei über den Tisch gezogen. Denn zum Handeln sind wir Deutsche nicht gemacht.

Von Simon Kremer, Tunis

Basar in in der Medina von Tunis

Basar in in der Medina von Tunis: Touristen wollen feilschen und werden dann über den Tisch gezogen.

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Natürlich weiß man um die Strategien der Händler, schließlich ist man ja belesen und weitgereist. "Hello my friend, special price for you. Sommerschlussverkauf." In der Altstadt von Tunis sind die Händler auf deutsche Touristen eingestellt, obwohl immer weniger kommen. "Where are you from? Wo kommst Du her? Добрый день!" Die Händler im Markt sind Schlitzohren und sprachlich inzwischen nach Russland weitergezogen. Aber der gemeine Tourist hat mit dem Reiseführer in der Hand natürlich eine unschlagbare Gegenwaffe gegen diese Schlitzohrigkeit: Nehmen Sie die Einladung zum Tee an! Machen Sie als Gegenangebot ein Drittel des geforderten Preises! Drohen Sie an, zu gehen!  

Überall finden sich in den Reiseführern und im Netz inzwischen die Basics für den Basar.  Ganz wichtig auch: Lassen Sie sich auf das Feilschen ein, denn die einheimischen Händler sind sonst beleidigt.

Der Deutsche an sich handelt nicht gern

Sorry, denke ich mir dann, wenn ich auch beim Handwerker oder Frisör wieder mal den "special price" bekomme - und deutlich mehr zahlen soll als der Herr vor mir an der Reihe. Dann bin ich auch beleidigt. Denn mit einem sportlich-kulturellen Feilschen hat das dann häufig nichts mehr zu tun, sondern ganz allein phänotypische Hintergründe. Ich gehöre nicht dazu. Ganz perfide auch: "Zahl einfach was willst…", weil das an die Großzügigkeit des Geldgebers appelliert.

Der Deutsche an sich handelt nicht gern. Er hat es auch nie gelernt. Fast 70 Jahre lang gab es in Deutschland schließlich das Rabattgesetz. Danach durften Kunden maximal drei Prozent Preisnachlass gegeben werden. Das sollte auch die Gleichbehandlung der Kunden gewährleisten. Und dahinter steckt ein sehr deutscher Gedanke: Ich möchte nicht, dass mein Nachbar einen besseren Preis bekommt als ich!

Das Kaufverständnis hier in der arabischen Welt ist ein grundsätzlich anderes: Jeder ist für sich selbst verantwortlich, das Beste für sich rauszuholen. In Deutschland vertrauen wir eher darauf, dass sich der Verkäufer schon etwas bei der Festlegung des Preises gedacht hat. Und wenn es nur ein möglichst hoher Gewinn ist. Dahinter steht aber auch ein Grundgefühl: Ich möchte nicht über den Tisch gezogen werden! 

Die Dreistigkeit der Verkäufer macht wütend

Und hey, das hat jetzt nichts damit zu tun, dass ich nicht feilschen könnte. Ich hab es immerhin mal geschafft, ein handgemaltes Bild, das mir der Verkäufer für knapp 60 Euro verkaufen wollte - und das war schon der "special price", weil: einem Amerikaner - diesem offensichtlichen Touristen, Du weißt, mein Freund - habe er ein ähnliches Bild letztens für 150 Euro verkauft - jedenfalls habe ich das statt für die "für mich" geforderten 60 Euro am Ende für sieben gekauft - mit einer ganz persönlichen Taktik, die in keinem Handbuch steht und die ich auch gerne verraten würde, aber das kostet halt. Wieviel wollen Sie dafür geben? 

Aber auch da mischte sich hinterher in das Gefühl des absoluten Triumphs - in dem Fall haben die Reiseführer leider tatsächlich recht - auch ein gewisses Maß an Wut, ob der Dreistigkeit des Verkäufers. Hätte ich die Tipps des Reiseführers befolgt, ich hätte am Ende bestimmt trotzdem noch 45 Euro gezahlt. 

Und da geht es dann doch wieder um Respekt. Bei mir in meinem tunesischen Viertel muss ich inzwischen nämlich nur noch selten verhandeln. Mein Haarschnitt kostet drei Euro wie bei den Nachbarn (und sieht auch so aus), mein Tee im Café an der Ecke ein paar Cent. Das hat dann auch was mit dazugehören zu tun, weswegen im Basar jede Taktik nichts hilft.

Wobei der Respekt auch für die Händler gelten muss. Vom vielen Handeln sind einige Verkäufer schon so genervt, dass an ihren Läden ein großes Schild steht: "Festpreis!" Oder auch nur Taktik? 

tis
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.