SPANIEN Weitere Bombe explodiert


Der Beginn des EU-Gipfels in Spanien wird von Attentaten überschattet. Nach den Anschlägen von heute morgen in Fuengirola explodierte jetzt eine Bombe im Ferienort Marbella.

In Spanien ist am Freitag zu Beginn des EU-Gipfels in Sevilla im Ferienort Marbella eine weitere Bombe explodiert. Die südspanische Küstenstadt Fuengirola und der Ferienort Marbella sind nicht weit voneinander entfernt. Über die Hintergründe der Anschläge wurde zunächst nichts bekannt. Die baskische Untergrundorganisation ETA hat allerdings wiederholt Tourismusziele angegriffen. Im etwa 200 Kilometer entfernten Sevilla begannen am Freitag die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union ihr Gipfeltreffen zum Abschluss der spanischen Präsidentschaft.

Zwei Autobombenanschläge bereits morgens

Der EU-Gipfel in Sevilla ist am Freitag morgen bereits von zwei Autobombenanschlägen in Südspanien innerhalb weniger Stunden überschattet worden. Beide wurden vermutlich von der baskischen Separatistenorganisation ETA verübt; bei dem ersten am Morgen wurden sechs Personen, beim zweiten am Vormittag eine unbekannte Zahl Touristen verletzt. Die Explosionen ereigneten sich bei Fuengirola und dem nahegelegenen Marbella - beide Orte sind 150 Kilometer vom schwer bewachten Konferenzzentrum in Sevilla entfernt.

Vier Briten unter den Opfern

Wie ein Sprecher des Madrider Innenministeriums, Jose Torres Hurtado, zu dem Anschlag in Fuengirola bei Malaga mitteilte, sind vier Briten unter den Opfern. Nach einer telefonischen Vorwarnung im Namen der ETA war das Gelände vor dem Hotel »Piramides« von der Polizei noch rechtzeitig geräumt worden, hieß es weiter. Der zweite Anschlag wurde auf einem zentralen Boulevard Marbellas gegen 13.00 Uhr verübt.

Deutsche Touristen in der Nähe

Fuengirola liegt rund 20 Kilometer östlich von Malaga. Der Anschlag wurde in der Nähe des Hotels »Piramides« verübt, das auch bei deutschen Touristen beliebt ist. Das Hotelgebäude selbst, in dem viele Gäste noch schliefen, wurde kaum beschädigt.

Die spanische Nachrichtenagentur EFE meldete, die Autobombe habe aus mindestens 30 Kilogramm Sprengstoff bestanden. Die meisten Verletzten - zwei britische Kinder und Erwachsene, eine Spanierin und ein Marokkaner - seien von Glassplittern getroffen worden. Die schwer verletzte Person habe eine tiefe Brustwunde erlitten, nachdem sie kurz vor der Explosion die Polizeiabsperrung passiert gehabt habe.

Telefonische Warnung eingegangen

Die telefonische Warnung war bei einem Rettungsdienst in der nordspanischen Stadt San Sebastian eingegangen. Darin wurde auch der Zeitpunkt der Explosion - 7.00 Uhr - genannt. Zu der Zeit waren vor dem WM-Spiel England gegen Brasilien bereits viele Briten in den Kneipen des Ortes.

Verdächtiger entkommen

Vor einer Woche waren bei Valencia 131 Kilogramm Sprengstoff, Zünder und Kabel entdeckt worden, die nach Angaben der Behörden dort von einer ETA-Zelle versteckt worden war, von der mehrere Mitglieder inhaftiert sind. Ein Verdächtiger sei vor dem Zugriff allerdings entkommen.

Der ETA fielen bislang mehr als 800 Menschen zum Opfer

Seit Beginn des Kampfes der ETA für einen eigenen baskischen Staat in den 60er Jahren sind mehr als 800 Menschen getötet worden. Die Organisation wird von der Europäischen Union und den USA als terroristische Gruppe betrachtet.


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