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Standard & Poors streicht "AAA"-Rating Frankreichs Herabstufung bedroht Sarkozys Macht

Nicolas Sarkozy hatte versprochen Frankreichs "AAA"-Bonität zu erhalten. Ein Bumerang mitten im Wahlkampf: Nach der Herabstufung durch Standard & Poors wettert die Opposition gegen den Präsidenten.

Rund drei Monate vor den Präsidentschaftswahlen nutzt die französische Opposition das negative Rating-Urteil von Standard & Poor's (S&P) zu scharfen Attacken gegen Staatschef Nicolas Sarkozy. Der Präsidentschaftskandidat der Sozialistischen Partei (PS), François Hollande, warf der Regierung am Samstag vor, gescheitert zu sein. "Nicolas Sarkozy hat den Erhalt des Triple A zu einem Ziel seiner Politik und sogar zu einer Auflage für seine Regierung gemacht", sagte der Spitzenpolitiker bei einer Pressekonferenz in Paris. Mit der Herabstufung auf "AA+" sei die Glaubwürdigkeit infrage gestellt. Es sei schlimm, dass Frankreich nun nicht mehr in einer Liga mit Deutschland spiele und den Menschen im Land die Konsequenzen drohten.

"Es ist eine Politik, die degradiert wurde, nicht Frankreich", betonte Hollande. In Umfragen liegt der langjährige frühere Parteichef der Sozialisten derzeit klar vorn und hofft, Sarkozy bei den Wahlen Ende April/Anfang Mai schlagen zu können.

Bereits am Freitagabend hatten etliche andere Oppositionspolitiker die konservativ-rechte Regierung scharf angegriffen. Die Vorsitzende der PS, Martin Aubry, bezeichnete Sarkozy als einen Präsidenten, der für den Verfall Frankreichs stehe. "Frankreich hat sein Triple A verloren, das ist eine schlechte Nachricht, was immer man auch von den Ratingagenturen denken mag", kommentierte Aubry. "Das hätte vermieden werden können."

Die Präsidentschaftskandidatin der Grünen, Eva Joly, sprach von einer "Niederlage der Politik Sarkozys" und die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen kommentierte, der Staatschef verliere endgültig seinen Mythos des Beschützers.

seh/DPA DPA

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