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stern.de-Umfrage zu Baden-Württemberg: Rot-Grün liegt klar vorn

Rote und Grüne gleichauf, Schwarz-Gelb klar hinten, Mappus unten durch - so lässt sich kurz vor der Wahl in Baden-Württemberg das Ergebnis einer stern.de-Umfrage zusammenfassen.

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg zeichnet sich am Sonntag eine deutliche Mehrheit für eine Koalition aus SPD und Grünen ab. Nach einer neuen Umfrage für stern.de und den Fernsehsender RTL kommen die beiden Parteien in dem Bundesland zusammen auf 48 Prozent, CDU und FDP erreichen gemeinsam nur 43 Prozent.

Sozialdemokraten und Grüne erhalten in der Umfrage jeweils 24 Prozent der Stimmen. Die CDU von Ministerpräsident Stefan Mappus bleibt mit 38 Prozent stärkste Partei, während die FDP mit 5 Prozent nur knapp in den Stuttgarter Landtag einzieht. Die Linke kommt nur auf 4 Prozent, "Sonstige" landen bei 5 Prozent. Allerdings: Mehr als 40 Prozent der befragten Wahlberechtigten seien noch unentschlossen, wen sie am Sonntag wählen wollten, teilte das Forsa Institut mit.

Die Wahl wird stark von landespolitischen Themen dominiert. 66 Prozent gaben an, landespolitische Themen seien ihnen bei der Wahlentscheidung wichtiger als bundespolitische. So meinten 21 Prozent, das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 habe einen großen Einfluss auf die Landtagswahl. 46 Prozent der Baden-Württemberger sind für den geplanten Umbau, 43 Prozent dagegen. Besonders groß ist die Zustimmung unter den CDU-Anhängern (74 Prozent dafür, 16 dagegen). Unter den FDP-Anhängern sind dagegen nur 56 Prozent dafür, aber immerhin 38 Prozent dagegen. Auf die stärkste Ablehnung trifft das Mega-Projekt bei den Anhängern der Linken (21 Prozent dafür, 75 dagegen). In Stuttgart selbst sind mehr Befragte gegen (49 Prozent) als für den Umbau des Bahnhofes (43 Prozent).

Atomdebatte bewegt Badener und Schwaben

Den größten Einfluss auf die Wahl am Sonntag unterstellen die Befragten aber dem Thema "Art und Weise der Energieversorgung". Anfang des Monats waren nur 33 Prozent der Meinung, das sei ein entscheidendes Politikfeld, nach den Ereignissen in Japan und der anschließenden Atom-Debatte sind es jetzt schon 49 Prozent. Die Katastrophe in Fukushima hat bei einem weiteren Punkt noch deutlichere Folgen gehabt: Gefragt danach, was das "wichtigste Problem" für Baden-Württemberg sei, liegt die Energiepolitik mit 44 Prozent ebenfalls deutlich vor Stuttgart 21 mit 30 Prozent. Anfang des Monats sahen lediglich vier Prozent das Thema Energie als Problem für das Land an. In Baden-Württemberg stehen vier Atomkraftwerke, der Uraltmeiler Neckarwestheim 1 soll nach einer Entscheidung der Landesregierung stillgelegt werden.

In der Umfrage rechnen die Baden-Württemberger auch mit Ministerpräsident Mappus ab. Nur noch 27 Prozent sind mit seiner Arbeit "zufrieden", 27 Prozent haben keine klare Meinung, 41 Prozent dagegen sind "weniger oder gar nicht zufrieden". Selbst bei den CDU-Anhängern liegt der Zufriedenheits-Werts nur bei 60 Prozent. Dennoch führt der Amtsinhaber bei der Ministerpräsidenten-Präferenz – aber nur knapp. Könnten die Bürger ihren "Landesfürsten" direkt wählen käme Mappus laut der stern.de- und RTL-Umfrage auf 25 Prozent, SPD-Mann Nils Schmid auf 22 und der grüne Winfried Kretschmann auf 20 Prozent. Keinen davon möchte immer exakt ein Drittel der Befragten zum Ministerpräsidenten haben.

ben