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Stichwahl nach Betrugsvorwürfen: Afghanistan wählt zwischen Abdullah und Ghani

Es ist amtlich: Ex-Außenminister Abdullah hat die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Afghanistan gewonnen. Ohne absolute Mehrheit muss er aber in einer Stichwahl um die Karsai-Nachfolge antreten.

Nach dem Abschluss der Ermittlungen zu möglichem Wahlbetrug hat die afghanische Wahlkommission das amtliche Endergebnis der Präsidentschaftswahl veröffentlicht. Sie bestätigte in Kabul das vorläufige Ergebnis, wonach es zu einer Stichwahl zwischen dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah und dem ehemaligen Weltbank-Ökonomen Aschraf Ghani kommen wird.

Abdullah sicherte sich demnach in der ersten Wahlrunde am 5. April 45 Prozent der Stimmen, Ghani kam auf 31,6 Prozent. Dies entspricht weitgehend den Ende April verkündeten vorläufigen Ergebnissen. Die Wahlkommission hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Betrugsvorwürfe untersucht.

Die Stichwahl soll am 14. Juni stattfinden. Ursprünglich war die Abstimmung für den 28. Mai vorgesehen. Einige vertrauliche Dokumente für die zweite Wahlrunde seien jedoch bei einem Angriff der radikalislamischen Taliban zerstört worden, sagte der Leiter der Wahlkommission, Ahmed Yusuf Nuristani. Es dauere, diese Materialien wiederzubeschaffen. Amtsinhaber Hamid Karsai durfte sich nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal zur Wahl stellen.

awö/AFP / AFP