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Stresstests für AKW in Japan: Regierung will Reaktoren nun doch überprüfen

Vor wenigen Wochen lehnte Japans Regierung eine Überprüfung der Sicherheitsstandards ihrer Atommeiler noch ab. Nun sollen doch Stresstests in allen AKWS stattfinden, um die Bürger zu beruhigen. In einem weiteren Atomkraftwerk kam es derweil wieder zu einem Vorfall.

Nach der Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima will Japan alle übrigen Atommeiler im Lande sogenannten Stresstests unterziehen. Das gab Industrieminister Banri Kaieda am Mittwoch bekannt. Damit will die Regierung den Bürgern die Sorge über die Reaktor-Sicherheit nehmen. Vor wenigen Wochen hatte sich Japans Regierung noch gegen die Überprüfung seiner Meiler ausgesprochen, nachdem die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Stresstests an allen AKW weltweit gefordert hatte.

Um drohende Stromengpässe im Sommer zu vermeiden, drängt die Regierung darauf, zu Inspektionen heruntergefahrene Atomkraftwerke möglichst schnell wieder in Betrieb zu nehmen. Derzeit liegen 35 der 54 Kernkraftwerke still. Die Regierung stößt mit ihrem Vorhaben jedoch auf Widerstände bei den umliegenden Gemeinden. Diese fordern schärfere Sicherheitsauflagen. Zwar sei die Sicherheit der Atomkraftwerke im Lande bereits gewährleistet, wurde Kaieda zitiert. Dennoch werde man zusätzlich zu den üblichen Sicherheitsinspektionen Stresstests unternehmen, "damit sich die Bürger sicherer fühlen".

Neuer Zwischenfall in japanischem AKW

Derweil meldete die Nachrichtenagentur Kyodo einen erneuten Zwischenfall in einem Atomkraftwerk. In einer Müllentsorgungsanlage im AKW Tokai Nummer 2 in der nordöstlichen Provinz Ibaraki sei aus unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Es sei aber schnell wieder gelöscht worden. Nach Angaben der lokalen Behörden sei dabei jedoch keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt.

liri/DPA/AFP / DPA