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Terror in Spanien: Autobombe explodiert auf Uni-Campus

Anschlag in Nordspanien: Unbekannte haben auf dem Gelände einer Privat-Universität in Pamplona eine Autobombe gezündet. 17 Menschen wurden verletzt. Möglicherweise handelt es sich um einen Racheakt: Erst vor wenigen Tagen hatte die Polizei in Pamplona eine Terrorzelle der baskischen Terror-Organisation Eta zerschlagen.

Mutmaßliche Eta-Terroristen haben eine Autobombe auf einem Universitätsgelände in Nordspanien gezündet und 17 Menschen verletzt. Der Sprengsatz detonierte am Donnerstag auf einem Parkplatz neben dem Hauptgebäude der katholischen Hochschule "Universidad de Navarra" in Pamplona. Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba machte die baskische Untergrundorganisation Eta für den Anschlag verantwortlich. Sie habe sich möglicherweise dafür rächen wollen, dass die Polizei zwei Tage zuvor in der Stadt eine Terrorzelle zerschlagen und vier mutmaßliche Terroristen festgenommen habe. Pamplona ist die Hauptstadt der an das Baskenland angrenzenden Region Navarra.

Bei der Explosion der aus 80 bis 100 Kilogramm Sprengstoff bestehenden Bombe wurden mehr als 20 parkende Autos beschädigt. An den Gebäuden der Hochschule entstanden erhebliche Schäden. Die Verletzen erlitten nach Krankenhausangaben Schnittwunden durch umherfliegende Glassplitter, einige klagten über Hörbeschwerden infolge der Druckwelle. Der Campus war zur Zeit des Anschlags stark belebt. Es sei ein "Wunder", dass bei der Explosion keine Menschen getötet wurden, sagte ein Sprecher der Hochschule.

Eine Stunde vor der Detonation hatte ein anonymer Anrufer im Namen der Eta vor der Bombe gewarnt. Er vergaß nach Angaben des Innenministers jedoch zu erwähnen, in welcher Stadt sich die Autobombe befand. Die Polizei habe - über 100 Kilometer von Pamplona entfernt - auf dem Universitätsgelände der baskischen Hauptstadt Vitoria vergeblich nach dem Sprengsatz gesucht.

Die Sicherheitskräfte ließen nach dem Anschlag die Hochschulgebäude räumen und den Campus absperren. Vorlesungen und Seminare wurden abgesagt. Spaniens Kronprinz Felipe verurteilte den Anschlag: "Die Terroristen werden es nicht schaffen, unser demokratisches System zu ändern."

Die Universität war bereits sechsmal das Ziel von Terroranschlägen der Eta gewesen. Sie war 1952 als erste private Hochschule in Spanien gegründet worden und steht der katholischen Priester- und Laienorganisation Opus Dei nahe. Ihr Gründer Josemaría Escrivà de Balaguer (1902-1975) war vor sechs Jahren vom Papst heiliggesprochen worden.

Dem Kampf der Eta für ein autonomes Baskenland in Nordspanien und Südwestfrankreich sind seit Ende der 60er-Jahre mehr als 800 Menschen zum Opfer gefallen.

DPA/AP