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Thomas de Maizière in Afghanistan Militärisches Engagement am Hindukusch nach 2014 unklar


2014 rückt näher - und damit das Ende des Nato-Kampfeinsatzes in Afghanistan. Wie ein geplanter Nachfolgeeinsatz aussehen soll, ist weiterhin offen. Verschiedene Szenarien sind denkbar.

Auch nach dem Afghanistan-Besuch von Verteidigungsminister Thomas de Maizière bleibt das militärische Engagement Deutschlands am Hindukusch nach 2014 unklar. Der afghanische Verteidigungsminister Bismillah Khan Mohammadi bat den CDU-Politiker bei einem Treffen in Kabul am Mittwoch zwar, auch nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes mit militärischen Ausbildern und Beratern im Land zu bleiben. Konkreter wurden die Gespräche allerdings nicht.

De Maizière will sich noch nicht festlegen. Den deutschen Soldaten gab er mit auf den Weg, weiterhin in verschiedenen Szenarien zu denken: "Von der Variante, am 31.12.2014 macht hier jeder das Licht aus, bis hin zur der Variante, dass wir in einer Größe X im Norden und in Kabul noch sind, und alles dazwischen."

Die USA - der bislang mit Abstand größte Truppensteller - hätten einen möglichen Rahmen ihres künftigen Engagements skizziert, sagte de Maizière bereits Dienstagabend in Masar-i-Scharif. "Wir werden jetzt selber einen Vorschlag erarbeiten, was wir glauben, was wir leisten können." Das solle so schnell wir möglich geschehen. Er könne aber noch nicht sagen, "ob und wie viele (Soldaten) ab dem 1.1.2015 da sind".

Zu früh für eine Bilanz

Die Nato will sich nach 2014 auf die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte konzentrieren. In Kabul besuchte de Maizière am Mittwoch eine Logistikschule. "Das könnte ein gutes Feld für eine Kooperation sein", sagte er anschließend.

Über Erfolg oder Scheitern des Afghanistan-Einsatzes wird nach Ansicht des Ministers erst in mehreren Jahren geurteilt werden können. "Es ist zu früh für eine Bilanz. Es ist vielleicht sogar zu früh für eine Zwischenbilanz." Noch stünden "schwierige Zeiten" bevor. "Ob das alles nachhaltig Erfolg hat, das können wir noch nicht einmal im ersten Halbjahr 2015 entscheiden, sondern vielleicht erst nach drei, vier, fünf Jahren."

In der nordafghanischen Provinz Badachschan gab es während des Besuchs de Maizières einen Rückschlag für die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Sicherheitskräfte. Fünf Monate nach dem Abzug der Bundeswehr aus der Region wurden dort nach offiziellen Angaben mindestens 18 afghanische Soldaten von Taliban-Kämpfern getötet. Die Bundeswehr hatte ihr Feldlager in der Provinzhauptstadt Feisabad im Oktober den Afghanen übergeben.

Soldaten von Taliban-Kämpfern getötet

Am Nachmittag reiste de Maizière nach Pakistan weiter. Zum Auftakt seines Besuchs nahm er in der Hauptstadt Islamabad die pakistanische Regierung gegen Vorwürfe in Schutz, sie tue zu wenig im Kampf gegen Aufständische in der Grenzregion zu Afghanistan.

Pakistan habe im Kampf gegen den Terror mehr als 3000 Soldaten verloren. Jeder Angriff führe zu einem Anschlag im eigenen Land. "Da ist es für uns sehr, sehr leicht, zu mehr Engagement aufzufordern. Ich möchte nicht in der Haut der politischen oder militärischen Führung Pakistans in dieser Frage stecken."

vale/DPA DPA

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