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Tibet-Konflikt: Neue Gewaltausbrüche in Tibet

In Tibet ist es erneut zu Unruhen gekommen: In der Präfektur Garze soll es am Donnerstagabend eine Protestaktion gegeben haben. Dabei sei mindestens ein Beamter "angegriffen und schwer verwundet" worden, so chinesische Medien.

Im Tibet-Konflikt ist es nach Berichten amtlicher chinesischer Medien zu erneuten Unruhen gekommen. Vor einem Regierungsgebäude in der Autonomen Tibetischen Präfektur Garze habe es am Donnerstagabend eine Protestaktion gegeben, bei der mindestens ein Beamter verletzt worden sei, meldete die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua. Die Präfektur liegt in der Provinz Sichuan an der Grenze zu Tibet.

Der Beamte sei "angegriffen und schwer verwundet" worden, hieß es. Weitere Einzelheiten nannte Xinhua zunächst nicht. Menschenrechtler hatten vor rund einer Woche von einer Demonstration buddhistischer Mönche und Nonnen in Garze berichtet, der sich mehrere hundert Einwohner der tibetisch besiedelten Region angeschlossen haben sollen. Damals soll es zu Zusammenstößen zwischen Protestierenden und Polizisten gekommen sein.

China will juristisch hart vorgehen

Zuvor hatte China angekündigt, auch juristisch in aller Härte gegen die bisher verhafteten Demonstranten vorzugehen. Die Verbrecher müssten abgeschreckt und den Separatisten jeder Boden entzogen werden, erklärte am Freitag der Justizchef der Autonomen Region, Baima Chilin. Damit dürfte der Großteil der Urteile in Schnellverfahren noch vor den Olympischen Spielen im August fallen.

Baima erklärte weiter, die Parteigerichte sollten der Welt die Wahrheit über die Clique um das tibetische Oberhaupt Dalai Lama zeigen, deren Gerede von Frieden und Gewaltlosigkeit Lügen seien. "Setzt die Waffe des Gesetzes ein und geht gegen unsere Feinde vor, bestraft das Verbrechen, schützt das Volk und bewahrt die Stabilität", forderte Baima dem Bericht der "Tibet Daily" zufolge. Er sagte den Richtern das volle Vertrauen der Kommunistischen Partei zu.

Offiziellen Angaben zufolge wurden während der Proteste im vergangenen Monat 800 Menschen festgenommen. Weitere 280 Menschen hätten sich gestellt, hieß es auf der Internetseite der Provinz. Ausländische Touristen sollen chinesischen Medien zufolge erst wieder nach dem 1. Mai eine Einreise beantragen dürfen. Mitte März schlossen sich in der tibetischen Hauptstadt Lhasa Tausende Menschen den Protesten buddhistischer Mönche gegen die chinesische Herrschaft an. Am Rande der Demonstrationen kam es zu Brandstiftungen und Sachbeschädigungen und die Polizei griff gewaltsam durch. Offiziellen Angaben zufolge wurden 19 Menschen getötet, die tibetische Exilregierung spricht von 140 Toten.

Reuters/AP / AP / Reuters