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Trotz internationaler Proteste Syrien setzt Offensive gegen eigene Bürger fort


Die internationalen Proteste finden in Syrien keinerlei Gehör. Einen Tag, nachdem die Truppen von Präsident Assad in Hama ein Blutbad anrichteten, sind Panzer in Deir al Zor vorgerückt. Augenzeugen berichten, dass es wieder viele Tote und Verletzte gegeben hat.

Die Offensive der syrischen Sicherheitskräfte gegen oppositionelle Bürger geht weiter. Einen Tag nach dem blutigen Angriff der Armee auf die Stadt Hama mit womöglich mehr als 100 Toten sind am Montag Panzer und Scharfschützen in großer Zahl in Deir al-Zor einmarschiert. Mindestens 25 Menschen wurden getötet und 65 weitere verletzt. Das berichtete der arabische Nachrichtenkanal Al Dschasira unter Berufung auf Augenzeugen in der Stadt im Nordosten des Landes.

"Sie setzen Artillerie und Luftabwehrwaffen ein", sagte ein Bewohner dem Sender. "Die Lage ist sehr schlecht, medizinische und Lebensmittelvorräte gehen zur Neige." Deir al-Zor hat einen starken kurdischen Bevölkerungsanteil. Zugleich ist es ein Zentrum der syrischen Erdöl- und Gasindustrie.

Assads Truppen überall im Land in der Offensive

Menschenrechtsgruppen zählten bach eigenen Angaben am Sonntag in ganz Syrien 142 Tote. Die meisten Opfer wurden in Hama verzeichnet, einer Hochburg des Widerstands gegen das Regime von Präsident Baschar al Assad. Armee-Einheiten waren am Sonntag aber auch schon in Deir al-Zor aktiv, sowie in der südlichen Provinz Daraa und in Vororten von Damaskus.

Der blutige Einsatz des Militärs gegen unbewaffnete Bürger wurde weltweit schockiert aufgenommen und nahezu einhellig verurteilt. Deutschland hat eine Sondersitzung des Weltsicherheitsrates beantragt und wird dabei von Großbritannien unterstützt. Außenminister William Hague sprach sich für eine Resolution des Sicherheitsrates aus, in der die Gewalt verurteilt und die Freilassung von politischen Gefangenen gefordert wird. Der internationale Druck müsse erhöht werden, forderte Hague. Ein Militäreinsatz sei allerdings keine Option. Stattdessen müsste es "zusätzliche Sanktionen" geben, die auch von den arabischen Ländern und der Türkei ausgingen.

Resolutionen gegen Syrien sind bisher stets am Einspruch vor allem Russlands und Chinas gescheitert. Der russische Außenminister Sergei Lawrow sagte am Montag allerdings, er sei durch die Gewalt in Syrien "beunruhigt".

dho/AFP/Reuters Reuters

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