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Blutbad in Syrien: Armee tötet angeblich mehr als 120 Menschen

Das Regime von Präsident Assad schafft vor Beginn des Fastenmonats Ramadan blutige Fakten: Am Sonntag rollten Panzer in die Protesthochburg Hama ein und nahmen die Stadt unter Beschuss. Aktivisten zufolge sollen in ganz Syrien mehr als 120 Aufständische getötet worden sein.

Neues Blutvergießen in Syrien: Das Regime von Präsident Baschar al Assad will vor Beginn des Fastenmonats Ramadan reinen Tisch machen und schickt seine Panzer in die Widerstandshochburg Hama. Bei dem Angriff der syrischen Armee sind am Sonntag nach Angaben von Aktivisten 95 Menschen getötet worden. Das gab der Präsident der nationalen Organisation für Menschenrechte, Ammar Kurabi, bekannt. Nach seinen Angaben wurden bei den Angriffen gegen die Protestbewegung in mehreren Städten des Landes mehr als 120 Menschen getötet.

Die Truppen rückten im Morgengrauen in Hama ein. Zuvor waren die Strom- und Wasserversorgung gekappt worden. Panzer sollen in Wohngebiete gefeuert, Scharfschützen auf Hausdächern Stellung bezogen haben. "Es regnete Granaten über die Stadt, die Soldaten schossen auf alles, was sich bewegte", schilderte einer der Aktivisten die dramatische Lage. "Die Bürger verstecken sich in Treppenhäusern und Kellern, um dem Beschuss zu entgehen."

Hama – traditionelle Protesthochburg

Aus Hama hatten sich Assads Sicherheitskräfte vor mehreren Wochen völlig zurückgezogen. Seitdem fanden dort regelmäßig besonders stark besuchte Demonstrationen gegen das Assad-Regime statt. Im Jahre 1982 war die Stadt Schauplatz der grausamen Unterdrückung einer Islamistenrevolte durch Assads Vater Hafis gewesen. Dabei waren je nach Schätzung 10.000 bis 30.000 Bewohner getötet worden.

In der östlichen Stadt Deir Essor seien zudem sechs Menschen getötet und etwa 50 weitere verletzt worden. In Harak im Süden des Landes gab es demnach drei Tote und dutzende Verletzte.

Fastenmonat als Beginn für neue Proteste

An diesem Montag beginnt in den meisten arabischen Ländern, so auch in Syrien, der Fastenmonat Ramadan. Syrische Aktivisten hatten für den heiligen Monat tägliche Proteste gegen das Assad-Regime angekündigt. Bisher fanden diese vor allem freitags statt. Im Ramadan besuchen die Gläubigen oft jeden Abend ihre Moscheen. In Syrien sind diese häufig Ausgangspunkte der Proteste.

In Syrien finden seit Mitte März Massenproteste gegen die Staatsführung um Präsident Baschar el Assad statt. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden seither mehr als 1500 Zivilisten getötet und etwa 12.000 weitere festgenommen.

be/swd/AFP/DPA / DPA