VG-Wort Pixel

Trotz Warnung von Nordkorea Deutschland zieht vorerst keine Diplomaten ab


Die Regierung in Pjöngjang hat mehreren Staaten die Evakuierung ihrer Botschaften nahegelegt. Dennoch will Deutschland vorerst keine Diplomaten abziehen. Die Sicherheit werde aber laufend überprüft.

Trotz der Warnung Nordkoreas vor einer möglichen Gefahr für Botschaften in der Hauptstadt Pjöngjang wird Deutschland zunächst keine Diplomaten aus dem ostasiatischen Land abziehen. "Bis auf weiteres ist die Arbeitsfähigkeit der Botschaft hergestellt", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Samstag in Berlin. Die Sicherheit der Botschaft werde laufend überprüft. Zudem gebe es einen Abstimmungsprozess mit den internationalen Partnern, die ebenfalls Botschafter in Pjöngjang haben.

Die Regierung in Pjöngjang hat mehreren Ländern die Evakuierung ihres Botschaftspersonals nahe gelegt. In Pjöngjang unterhalten neben Deutschland auch die EU-Staaten Schweden, Großbritannien, Bulgarien, Polen, Tschechien und Rumänien Botschaften.

Knapp 40 Deutsche in Nordkorea

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte Nordkorea auf, seinen Verpflichtungen aus dem internationalen Recht nachzukommen und die Sicherheit und Arbeitsfähigkeit der diplomatischen Vertretungen zu garantieren. "Die von Nordkorea aufgebaute Drohkulisse und Kriegsrhetorik sind nicht akzeptabel und ein gefährliches Spiel mit der Stabilität der gesamten Region", erklärte der Sprecher des Auswärtigen Amts.

Derzeit sind acht aus Deutschland entsandte Diplomaten in Pjöngjang. Zudem beschäftigt die Botschaft einige Ortskräfte. Daneben halten sich gut 30 Deutsche in Nordkorea auf - etwa 20 Touristen und ein gutes Dutzend Mitarbeiter humanitärer Organisationen.

In den vergangenen Wochen sind die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea deutlich gestiegen. Die Führung in Pjöngjang drohte den USA mit einem atomaren Erstschlag und erklärte, sich im Kriegszustand mit Südkorea zu befinden. Die USA schickten daraufhin Tarnkappenbomber und Kriegsschiffe in die Region und kündigten an, bald ein Raketenabwehrsystem auf der Pazifik-Insel Guam zu stationieren.

kgi/DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker