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Online-Petition: Trump Tower in der Fifth Avenue: Zehntausende fordern Umbenennung der Straße nach Obama

Das dürfte US-Präsident Donald Trump gar nicht gefallen: Eine Petition fordert die Umbenennung der Adresse seines Trump Towers in New York nach seinem Vorgänger Barack Obama – und die Zahl der Unterstützer wächst rasant.

Der Trump Tower in der Fifth Avenue in New York

Könnte womöglich bald in der "Barack H. Obama Avenue" liegen: Der Trump Tower in der Fifth Avenue in New York

AFP

Eine Online-Petition, in der die Stadt New York aufgefordert wird, einen Teil der Fifth Avenue in Manhattan nach dem ehemaligen Präsidenten Barack Obama zu benennen, hat bereits zehntausende Unterstützer gefunden. Das Bemerkenswerte daran: An dem betreffenden Abschnitt steht auch der Trump Tower von Obamas Nachfolger Donald Trump mit dem New Yorker Wohnsitz des Präsidenten. Sollte der Antrag Erfolg haben, würde sich die Anschrift des Trump Towers ändern in "Barack H. Obama Avenue Nr. 725".

"Wir beantragen, dass die Strecke der Fifth Avenue zwischen der 56. und 57. Straße in 'President Barack H. Obama Avenue' umbenannt wird. Alle Adressen auf diesem Abschnitt der Fifth Avenue sollten entsprechend geändert werden", heißt es in der an Bürgermeister Bill de Blasio und den New Yorker Stadtrat gerichteten Petition.

Urheberin von Erfolg der Petition überrascht

Fast 100.000 Menschen haben die Eingabe auf MoveOn.org. bis zum Mittwochnachmittag unterzeichnet. Zu den Unterstützern zählen auch Prominente wie die US-Schauspielerinnen Patricia Arquette und Marg Helgenberger und die Musikerinnen Cher und Sy Smith.

Die Petition ist bereits seit mehreren Monaten online, hat aber in letzter Zeit so viel Fahrt aufgenommen, dass auch ihre Urheberin Elizabeth Rowin davon überrascht ist. "Ich habe es ehrlich gesagt anfangs als Witz gemeint", erzählte die 56-Jährige dem US-Nachrichtenmagazin "Newsweek" über ihre Idee zur Umbenennung der Straße. "Ich habe gesehen, wie ein Komiker scherzte, wie wütend es Trump machen würde, wenn sie nach dem ehemaligen Präsidenten Obama benannt würde und dachte, warum nicht?" Sie habe daraufhin den Stadtrat von New York angeschrieben und mehrere Mitglieder hätten ihr versichert, dass sie die Sache weiterverfolgen würden.

Rowins Anliegen hat einen Haken

Die Stadt Los Angeles habe kürzlich einen Teil einer Schnellstraße zu Ehren von Obama umbenannt, argumentiert Rowin im Begleittext der Petition. New York solle nun dasselbe tun und einen Block der Fifth Avenue nach dem Ex-Präsidenten benennen. Schließlich habe dieser die Vereinigten Staaten vor einer großen Rezession bewahrt und zwei völlig skandalfreie Amtszeiten absolviert, in denen zudem Osama bin Laden ausgeschaltet worden sei, der der Kopf hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 mit mehr als 3000 Toten war.

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Rowins Anliegen hat allerdings einen Haken, wie "Newsweek" berichtet: Für die Umbenennung einer Straße in New York sei nämlich eine wichtige Anforderung nicht erfüllt: Die zu ehrende Person muss mindestens zwei Jahre vor Antragstellung verstorben sein.

Rowin hofft dennoch auf einen Erfolg ihrer Petition. "Ich bin sicher, dass die Bedingungen geändert werden können, es gibt zwei Straßen in L.A., die nach dem ehemaligen Präsidenten Obama benannt sind. Diese Gesetze sind willkürlich und können umgangen werden", sagte sie dem Magazin.

Ziel ihrer Online-Petition war es anfänglich, 75.000 Unterschriften zu erhalten. Die sind mittlerweile längst erreicht. Als neue Marke hat Rowin nun 100.000 Unterschriften ins Visier genommen. Außerdem will sie bei Bürgermeister De Blasio und dem Stadtrat nachhaken, ob Fortschritte in der Angelegenheit gemacht wurden.

Trump-Tower wird immer unbeliebter

Für Donald Trump ist die Petition eine von vielen schlechten Nachrichten über seinen Wolkenkratzer in New York. Das einstige Juwel seines Imperiums hat sich in den letzten Jahren zur so ziemlich unbeliebtesten Luxusimmobilie Manhattans entwickelt. Die Bewohner leiden unter den rigiden Sicherheitsvorkehrungen, die mit dem Amtsantritt ihres Nachbarn eingeführt wurden, das Gebäude ist in die Jahre gekommen und der Name Trump ist im liberalen New York eher Abschreckung als Werbung.

Viele Bewohner haben in den letzten Jahren ihre Appartments verkauft, die meisten mit Verlust, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet. Die Auslastung des Trump Towers liege mittlerweile nur noch bei 83 Prozent. Damit habe er eine etwa doppelt so hohe Leerstandsquote wie der Durchschnitt in Manhattan. Auch Donald Trump selbst hält sich seit seinem Umzug nach Washington nur noch selten in seinem Penthouse auf. Aber das könnte sich ja nach dem 3. November 2020 wieder ändern.

Quellen: MoveOn.org, "Newsweek", "Wirtschaftswoche"

mad