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Haushaltsstreit in Washington: Historische Stätten wegen "Shutdown" reihenweise geschlossen - doch die in Trumps Hotel bleibt offen

Vermüllte Nationalparks, geschlossene Museen: Öffentliche Einrichtungen in den USA leiden derzeit massiv unter dem Haushaltsstreit - allerdings nicht die historische Stätte in Donald Trumps Washingtoner Hotel.

Nach Treffen mit Demokraten: Trump erwägt, Notstand für die Finanzierung der Mauer auszurufen

Seit mehr als zwei Wochen legt der Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern um die Finanzierung der von Präsident Donald Trump verlangten Mauer zu Mexiko Teile der US-Regierungsgeschäfte lahm. Weil Hunderttausende Regierungsbedienstete nicht bezahlt werden können und deshalb in den Zwangsurlaub geschickt wurden, bleiben in den Ämtern Anträge liegen, mussten Museen ihre Pforten dichtmachen und laufen in Nationalparks die Mülleimer über. Doch während Besucher des Luft- und Raumfahrtmuseums und des Zoos in Washington derzeit vor verschlossenen Türen stehen und Touristen, die sich für die zahlreiche Monumente und Gedenkstätte der US-Hauptstadt interessieren, ohne Fremdenführer und Souvenirläden auskommen müssen, läuft der Betrieb im historischen Uhrenturm im Trump International Hotel reibungslos weiter, wie die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und mehrere US-Medien berichten.

Das Trump International Hotel in Washington

Das Trump International Hotel in Washington: Das ehemalige Postgebäude mit dem Uhrenturm gehört zu den historisch bedeutsamen Stätten der USA

AFP

Behörde bestreitet Zusammenhang mit Donald Trump

"Jeder Besucher, der beschließt, zum 315 Fuß [96 Meter, Anm d,.Red.] hohen Uhrturm vorzustoßen, wird von Rangern des National Park Services, die trotz des' Shutdowns' normal arbeiten, begrüßt", schreibt die Nachrichtenseite "Slate". "Wir haben geöffnet", zitiert AP einen der Aufseher der rund 120 Jahre alten Sehenswürdigkeit in dem Gebäudekomplex, der dem Bund gehört und an die Trump-Organisation verpachtet wurde. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump scheine keine Mühen gescheut zu haben, um die Attraktion geöffnet und mit Rangern besetzt zu halten, auch wenn andere Bundesbehörden sämtliche Dienstleistungen außer den allerwichtigsten geschlossen haben, schreibt die Nachrichtenagentur weiter.

Die für das Gebäude zuständige General Services Administration bestreitet allerdings, dass der Grund für den Weiterbetrieb der historischen Stätte der Name sei, der über dem Hoteleingang prangt: Trump. Die "Shutdown"-Ausnahme für den Uhrenturm habe "nichts mit dem Pächter der Einrichtung zu tun", zitiert AP die Sprecherin der Bundesbehörde. Stattdessen sei die General Services Administration per Gesetz dazu verpflichtet, die Stätte geöffnet zu halten.

Demokrat wirft Regierung bodenlose Korruption vor

Die Erklärung der Sprecherin überzeugt nicht jeden: Die Washingtoner Kontrollvereinigung Citizens for Responsibility and Ethics, deren Ziel die Bekämpfung von Korruption in Parlaments- und Regierungskreisen ist, hat bei der Behörde eine Anfrage eingereicht, um genau zu erfahren, warum der Uhrenturm geöffnet bleibt. Der Geschäftsführer der Gruppe, Noah Bookbinder, findet: "Das Allermindeste ist, dass es komisch riecht."

Noch weiter ging der Abgeordnete im Repräsentantenhaus, Bill Pascrell. Auf Twitter schrieb der Demokrat an die US-Bürger: Die Trump-Administration verwendet Ihre Steuergelder, um eine @NPS-Stätte in seinem Luxushotel offen zu halten, während der Rest der Amerikaner durch Müll und verschlossene Tore watet. Die Korruption und Schande dieser Regierung sind bodenlos."

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mad